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16 Menschen waren bei dem Lawinen-Abgang am Mount Everest ums Leben gekommen.

Gefährliche Route

Everest-Bergsteigerin trotzt Lawinen-Drama

Neu Delhi - Nach dem schwersten Unglück in der Geschichte des Mount Everest mit 16 Toten haben alle Expeditionen dem Berg den Rücken gekehrt. Doch zwei Frauen haben noch nicht aufgegeben.

Nach dem Rückzug aller Expeditionen auf der Südseite des Mount Everest möchte eine einzelne Bergsteigerin trotzdem den höchsten Berg der Welt erklimmen. Die 40-jährige Chinesin sei zusammen mit drei Sherpas auf dem Weg zum Basislager in Nepal, sagte Dipendra Poudel vom Tourismusministerium am Sonntag. Die sogenannten Eisfall-Doktoren reparierten derzeit die Route durch den gefährlichen Khumbu-Eisfall oberhalb des Lagers.

Dort hatte vor drei Wochen eine Lawine 16 Nepalesen in den Tod gerissen. Danach waren eigentlich alle Vorhaben auf der Südseite des Everest abgeblasen worden. Für die Frühjahrssaison hatten 334 Bergsteiger Genehmigungen erhalten. Die Expeditionen auf der tibetischen Nordseite gehen unbeeinflusst von den Ereignissen in Nepal weiter.

Skiunfälle von Prominenten

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Die Chinesin ist nach Angaben ihrer Expeditionsorganisation Himalayan Experience dabei, die sieben höchsten Gipfel der sieben Kontinente sowie die beiden Pole zu erreichen. Als Teil des „7 + 2 Projekts“ stand sie bereits am Südpol sowie auf dem Aconcagua, Kosciuszko und Kilimandscharo, den höchsten Bergen Südamerikas, Australiens und Afrikas.

Außerdem befinde sich derzeit eine 51 Jahre alte US-Bergsteigerin am Everest-Massiv, sagte Poudel weiter. Sie wolle den 8501 Meter hohen Lhotse erklimmen, einen Nachbargipfel des 8848 Meter hohen Everest. Die Aufstiegsrouten sind bis hinauf zu Camp 4 identisch.

Die Bergsteigerin sei zusammen mit ihrem Bergführer und einem Träger bis auf 6500 Meter hinaufgeflogen worden, sagte Poudel. Eigentlich erlauben die nepalesischen Behörden dort oben keine Flüge, es sei denn, es handelt sich um einen Notfall. „Ein Teil der Leitern war durch die Lawine im Khumbu-Eisfall gebrochen, das mag der Grund gewesen sein, warum sie zu Camp 2 fliegen musste“, erklärte Poudel.

Der Khumbu-Eisfall, ein Wirrwarr aus Gletscher-Spalten und Eisblöcken, ist ein besonders schwieriger Teil der Normalroute am Everest. Die Eisfall-Doktoren legen dort vor jeder Saison eine Route aus Leitern und Fixseilen. Ohne diese Hilfen ist ein Aufstieg für die meisten Bergsteiger unmöglich.

Nach dem Lawinenunglück gingen die Expeditionen davon aus, dass die Route in dieser Saison nicht mehr repariert wird. Nun aber plane ein Team aus zehn Bergsteigern, doch wieder zum Everest aufzubrechen, meinte Poudel. Gipfelerfolge sind bis zum Einsetzen des Monsuns Ende Mai oder Anfang Juni möglich.

dpa

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