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Kate und Gerry McCann zeigen in Berlin bei einer Pressekonferenz ein Foto ihrer Tochter Madeleine (Archivbild)

Üble Nachrede

600.000 Euro für Maddies Eltern

Lissabon - Die Eltern des vor bald acht Jahren in Portugal verschwundenen britischen Mädchens Maddie bekommen vom ehemaligen Chefermittler wegen übler Nachrede eine Entschädigung von gut 600 000 Euro.

Das habe das Zivilgericht in Lissabon im Prozess gegen Gonçalo Amaral entschieden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Lusa am Dienstag unter Berufung auf die Anwältin der Eltern.

In seinem Buch „Die Wahrheit über die Lüge“ (2008) hatte Amaral behauptet, Madeleine McCann sei tot und die Eltern hätten dies vertuscht. Damit habe er den Eltern Schaden zugefügt, hatte das Gericht bereits vor Wochen befunden. Nun müsse der Ex-Inspektor jedem Elternteil 250 000 Euro sowie seit 2010 aufgelaufene Zinsen in Gesamthöhe von 106 000 Euro überweisen, so die Anwältin. Zudem sei das Verkaufsverbot für das Buch bestätigt worden.

Das Buch sei schockierend und eine „Beleidigung der Familie“, hatte Vater Gerry vor Gericht ausgesagt. Die Eltern hatten Amaral ?wegen übler Nachrede auf 1,2 Millionen Euro verklagt. Amaral war vor der Veröffentlichung des Buches von den Ermittlungen abgezogen worden.

Maddie war am 3. Mai 2007 kurz vor ihrem vierten Geburtstag bei einem Familienurlaub an der Algarveküste aus einer Luxus-Ferien-Anlage in Praia da Luz spurlos verschwunden. Die portugiesische Justiz stellte die Ermittlungen 2008 zunächst ein, nahm sie im Oktober 2013 aufgrund neuer Indizien aber wieder auf.

dpa

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