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Eine Filiale der Bäckereikette Müller-Brot. Foto: Sven Hoppe/Archiv

Nach Ekel-Skandal bei Großbäckerei: Ex-Manager vor Gericht

Mäuse, Schaben, Käfer: In der Großbäckerei Müller-Brot herrschten eklige Zustände. Trotzdem wurden dort täglich Zehntausende Brötchen, Brote und Feinbackwaren produziert. Jetzt stehen drei Ex-Manager vor Gericht - und weisen die Vorwürfe zurück.

Landshut (dpa) - Es geht um einen der bekanntesten Lebensmittelskandale der vergangenen Jahre: Drei Ex-Manager der pleitegegangenen Großbäckerei Müller-Brot stehen in Bayern vor Gericht. Die Produktion im Münchner Vorort Neufahrn war Anfang 2012 wegen gravierender Hygienemängel gestoppt worden.

Trotz mehrfacher Kontrollen und Beanstandungen gab es weiterhin Mäusedreck und Kakerlaken in der Firma, die vor der Insolvenz rund 260 Filialen quer durch Bayern hatte.

Die Anklage wirft den drei früheren Managern vor, in mehreren Fällen große Mengen Lebensmittel in den Handel gebracht zu haben, die nicht zum Verzehr geeignet gewesen seien. Die Mängel waren bei Kontrollen von Oktober 2010 bis Januar 2012 festgestellt worden.

Zudem müssen sich die Ex-Geschäftsführer - darunter auch der ehemalige Haupteigentümer - wegen Insolvenzverschleppung, Untreue und Betrugs vor dem Landgericht Landshut verantworten. Zum Prozessauftakt kündigten die Rechtsanwälte der Angeklagten an, dass ihre Mandanten sämtliche Vorwürfe zurückweisen würden.

"Den Angeklagten waren die festgestellten Hygienemängel bekannt", sagte Staatsanwalt Christoph Ritter. Wegen finanzieller Probleme habe es weitere Sparmaßnahmen gegeben - vor allem beim Reinigungspersonal. Zwei Wochen nach dem Produktionsstopp meldete das Unternehmen Insolvenz an. 1250 Mitarbeiter verloren ihren Job.

Die Angeklagten sollen nicht pflichtgemäß unverzüglich nach Eintritt der Zahlungsunfähigkeit der Müller-Brot GmbH Insolvenzantrag gestellt haben. Außerdem sollen sie Lieferanten betrogen haben, weil sie trotz Zahlungsunfähigkeit Waren und sonstige Leistungen im Wert von rund 1,65 Millionen Euro in Auftrag gegeben hätten.

Das Verfahren gegen einen damaligen Betriebsleiter, den Produktionsleiter und die Leiterin des Qualitätsmanagements war wegen Geringfügigkeit eingestellt worden.

Das Fabrikgelände sowie die Maschinen der stillgelegten Großbäckerei wurden verkauft. Den Großteil des Filialnetzes kaufte bereits wenige Monate nach der Insolvenz die Tochter von Firmengründer Hans Müller - zusammen mit dem Münchner Bäcker Franz Höflinger.

Der Prozess wird am kommenden Montag fortgesetzt. Das Gericht hat weitere Termine bis Mitte Dezember angesetzt.

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