Nur mit zwei Äpfeln

Experiment: So perfekt erklärt eine Lehrerin, was Mobbing bewirkt 

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Tamworth - Mobbing kann schlimme Folgen haben, die von außen oft nicht sichtbar sind. Eine Lehrerin schaffte es allein mit zwei Äpfeln, ihren Schülern die Augen zu öffnen und sie zum Nachdenken anzuregen.

Mobbing ist an vielen Schulen weltweit ein Thema und kann in verschiedenen Formen auftreten. Verbal, physisch oder online. Die Täter können oft nicht erahnen, was sie ihren Opfern mit ihren Taten und Worten zumuten. Eine britische Lehrerin aus Tamworth, einer Stadt bei Birmingham, hat mit einem einfachen Experiment ihren Schülern versucht zu zeigen, was Mobbing bei dem Opfer bewirken kann.

So simpel das Experiment auch scheinen mag, so augenöffnend ist es dennoch. Die englische Lehrerin kam mit zwei Äpfeln in ihre Klasse. Beide gleich rot und ähnlich groß. Was die Kinder zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht wussten, war, dass die Lehrerin einen der beiden Äpfel vor der Stunde mehrmals auf den Boden geworfen hatte.

Das Mobbing-Experiment begann: Ihre Schüler sollten einen der vermeintlich identischen Äpfel beleidigen. Und zwar nicht irgendeinen der beiden Äpfel, sondern den, den sie vor dem Unterricht präpariert hatte. Aber das wusste nur sie. Die Kinder warfen dem Apfel allerhand Dinge an den Kopf: "Deine Farbe ist schrecklich", "Ich mag dich nicht" oder "Du hast bestimmt Maden".

Nun war der andere Apfel an der Reihe. Dieser wurde von den Kindern mit Komplimenten nur so überhäuft. Egal ob Hasstiraden oder Lobeshymnen - die Äpfel sahen nach dem Experiment noch immer identisch aus. Zumindest von außen. Doch das Experiment war noch nicht vorbei.

Die Lehrerin halbierte die beiden Äpfel. Während der eine Apfel, zu dem die Kinder nett waren, innen saftig und frisch aussah, war der "gehasste" Apfel unter seiner Schale braun und matschig. Sofort wussten die Kinder, was die Lehrerin ihnen mit diesem Experiment vor Augen führen wollte.

Facebook feiert das Experiment der Lehrerin

Von außen kann man den Schaden, den man im Inneren eines Menschen verursacht kaum erahnen. "Wenn wir die Äpfel nicht aufgeschnitten hätten, hätten wir nie erfahren, wie viel Schmerz wir verursacht haben", schreibt die Lehrerin auf Facebook. Dort teilte sie das Experiment, um zu zeigen, dass man Kinder lehren könnte, Mobbing zu stoppen. Rund 216.900 Mal wurden die Bilder der zwei aufgeschnittenen Äpfel auf Facebook geteilt (Stand 25. Juni, 13.45 Uhr).

In ihrem Post auf Facebook offenbarte die Lehrerin auch, dass sie das Experiment nicht nur durchgeführt hatte, um den Kindern etwas beizubringen. Sie selbst wurde auch schon einmal gemobbt: "Äußerlich sah ich ok aus, ich habe gelacht. Aber in mir drin hat jemand eine Menge Schmerz ausgelöst mit dem, was er sagte, und hat mich damit verletzt."

mpa

Rubriklistenbild: © Screenshot Facebook/Relax Kids Tamworth

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