+
Start des russischen Progress-Raumfrachters am 28. April: Der unbemannte Frachter wird zur Erde zurückstürzen. Foto: Roscosmos

Experte: Risiko gering

Werden Raumschiff-Trümmer auf der Erde landen?

Moskau - Tonnenschwer und massiv wie ein Kleinbus: Der russische Raumfrachter Progress stürzt Anfang Mai unkontrolliert zur Erde. Nicht alle Teile verglühen dabei. Werden aufprallende Trümmer viel Schaden anrichten?

Trümmer des abstürzenden russischen Raumfrachters Progress M-27M stellen nach Einschätzung eines deutschen Experten keine große Bedrohung für Menschen auf der Erde dar. Der 7,2 Tonnen schwere Transporter werde in der Atmosphäre vermutlich nächste Woche fast vollständig verglühen, sagte Holger Krag von der Europäischen Raumfahrtbehörde Esa am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur.

„Bauteile aus Titan oder Edelstahl werden aber nicht schmelzen und werden auf die Erde fallen“, meinte Krag. „Das Risiko für die Bevölkerung ist nicht gleich null, aber doch sehr gering“, sagte er.

Dem russischen Vizeregierungschef Dmitri Rogosin zufolge wird der Eintritt des Frachters in die Erdatmosphäre neuen Berechnungen zufolge zwischen dem 5. und 7. Mai erwartet. Eine Analyse habe bestätigt, dass die Panne durch eine defekte Trägerrakete ausgelöst worden war, sagte der für Raumfahrt zuständige Politiker in Moskau.

Der Transporter mit rund 2,4 Tonnen Nachschub für die Internationale Raumstation ISS hatte nach dem Start am Dienstag die vorgesehene Umlaufbahn verfehlt und wird unkontrolliert abzustürzen.

Krag nannte Trümmer von einer Größe von mehr als einem Meter „unwahrscheinlich“. Jedes Jahr stürze Weltraumschrott unkontrolliert zur Erde, und bisher sei kein Fall bekannt, bei dem ein Mensch davon verletzt worden sei. „Die Teile werden aus etwa 50 Kilometer Höhe mit rund 300 Stundenkilometern auf die Erde fallen. Man darf sich das aber nicht wie einen Meteoriten vorstellen“, betonte der Esa-Experte. Die Teile würden keinen Krater hinterlassen und beim Aufprall sehr weit verstreut. „Je näher der Eintritt rückt, umso genauer werden die Voraussagen, welche Region infrage kommt“, unterstrich Krag.

Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte, Präsident Wladimir Putin sei über die Panne informiert worden. Putin wolle sich vorerst nicht in die Ermittlungen einschalten. Vizeregierungschef Rogosin schloss personelle Konsequenzen bei der Raumfahrtbehörde Roskosmos nicht aus. „Wir werden die Fehler analysieren und dann entscheiden“, betonte er.

Roskosmos zufolge hat die ISS vorerst noch genug Lebensmittel und technisches Material an Bord. Auf dem Außenposten der Menschheit rund 400 Kilometer über der Erde arbeiten derzeit sechs Raumfahrer.

Nasa

Roskosmos

Clip vom Start

Clip der trudelnden Progress

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Bill Cosby heuert Star-Anwalt für neuen Strafprozess an
Für seinen nächsten Strafprozess holt sich Bill Cosby einen Anwalt der bereits Popstar Michael Jackson vertreten hat. Im ersten Prozess gelangten die Geschworenen zu …
Bill Cosby heuert Star-Anwalt für neuen Strafprozess an
Taylor Swift postet rätselhaften Clip
Mehrere Tage war es still um die Sängerin Taylor Swift in den sozialen Medien. Nun meldete sich die Blondine zurück: Mit einem seltsamen Video.
Taylor Swift postet rätselhaften Clip
Motorradfahrer stößt mit Kutsche voller Kinder zusammen - tot
Er wollte eine Kutsche, die voller Kinder waren, überholen. Doch dann kam ihm ein anderes Auto entgegen. Mit voller Wucht prallte der 22-Jährige gegen die Kinder. 
Motorradfahrer stößt mit Kutsche voller Kinder zusammen - tot
Frauenleiche aus dem Øresund geborgen - ist es die schwedische Journalistin?
In einem Gewässer in Kopenhagen ist eine Frauenleiche gefunden worden. Die Identität der Frau gab die Polizei noch nicht bekannt. Einen Verdacht gibt es aber.
Frauenleiche aus dem Øresund geborgen - ist es die schwedische Journalistin?

Kommentare