+
Nach Ansicht von Experten tragen soziale Netzwerke im Internet und Smartphones zu Schlafstörungen bei. Foto: Michael Kappeler/Illustration

Experte: Ständige Erreichbarkeit führt zu Schlafstörungen

Hier noch eine Nachricht an die beste Freundin, da noch kurz eine Antwort auf die Frage des Chefs: Wer nicht richtig abschalten kann, der schläft auch schlechter, sagen Experten.

Mainz (dpa) - Morgens, mittags, abends und auch nachts verfügbar: Soziale Netzwerke im Internet und Smartphones tragen nach Ansicht von Experten zu Schlafstörungen bei.

Denn für Freunde und auch im Beruf seien wir stets erreichbar, sagte der Psychologe Hans-Günter Weeß mit Blick auf die steigende Nutzung von Smartphones und Tablets. Dies mache es den Menschen schwer, abzuschalten.

Aktuelle Studien mit Jugendlichen belegten, dass hoher Medienkonsum sie weniger ausgeruht und leistungsfähig mache. Vor allem die abendliche und nächtliche Smartphone-Nutzung sei problematisch, sagte Manfred Betz vom Institut für Gesundheitsförderung und -forschung (IGFF). "Die Mehrzahl der Jugendlichen hat ihr Smartphone am Bett. Über die letzte Onlinezeit bei WhatsApp konnte gezeigt werden, dass viele bis weit nach Mitternacht noch mit ihrem Smartphone aktiv waren." Jugendliche, die ihr Handy noch im Bett nutzten, schliefen weniger und schlechter. Das schade auch der Gesundheit.

Schlafmangel steigert Experten zufolge unter anderem das Herz-Kreislauf- und das Diabetes-Risiko. In Deutschland können den Angaben nach rund sechs Prozent der Bevölkerung nicht richtig ein- oder durchschlafen und benötigen eine Behandlung.

Bis zum Samstag treffen sich rund 2000 Mediziner und Wissenschaftler zur Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin in Mainz. Titel der Tagung: "Die schlaflose Gesellschaft". Ein Ziel der Gesellschaft ist es, Hausärzte intensiver als bisher in die Schlafmedizin einzuarbeiten, um die Versorgung der Patienten zu verbessern.

Informationen zur Jahrestagung der Gesellschaft für Schlafforschung

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Nach Feuerinferno: Noch 27 gefährliche Hochhäuser entdeckt
Der ausgebrannte Grenfell Tower ist kein Einzelfall. Experten finden immer mehr Hochhäuser mit unzureichendem Brandschutz. In London verlassen deshalb Tausende Menschen …
Nach Feuerinferno: Noch 27 gefährliche Hochhäuser entdeckt
Feuergefahr vertreibt 4000 Menschen aus Hochhäusern in London
Der ausgebrannte Grenfell Tower ist kein Einzelfall. Experten finden immer mehr Hochhäuser mit unzureichendem Brandschutz: In London verlassen deshalb Tausende Menschen …
Feuergefahr vertreibt 4000 Menschen aus Hochhäusern in London
Nach drei Jahren hat Bahnhof Münster wieder eine Empfangshalle
Ihren größten Bahnhofsneubau seit mehreren Jahren hat die Bahn am Samstag in Münster eröffnet. Drei Jahre hatte der Bau des neuen Empfangsgebäudes gedauert.
Nach drei Jahren hat Bahnhof Münster wieder eine Empfangshalle
Viele Verschüttete bei Erdrutsch in China - eine Geschichte macht Hoffnung
Heftiger Regen hatte einen Berghang aufgeweicht. Ein Erdrutsch begräbt ein Dorf unter Geröllmassen. Hunderte Helfer suchen nach Überlebenden. Eine Geschichte macht …
Viele Verschüttete bei Erdrutsch in China - eine Geschichte macht Hoffnung

Kommentare