+
Der Einsatz von Deos mit Aluminiumzusatz sollte nach Expertenmeinung vorsichtshalber reduziert werden. Foto: Arno Burgi/Symbol

Experten: Aluminium in Deos reduzieren

Berlin (dpa) - Der Einsatz von Aluminium gegen Achselschweiß sollte nach Expertenmeinung vorsichtshalber reduziert werden. Fachleute des Bundesinstituts für Risikobewertung sehen weiteren Forschungsbedarf, da auch über Langzeitwirkungen des Stoffes im menschlichen Körper noch zu wenig bekannt ist.

Auch in anderen Kosmetika, Lebensmittelverpackungen und Zahnpasta kommt das Leichtmetall vor.

"Wer sich jahrzehntelang ein Anti-Transpirant mit Aluminium unter die Achseln sprüht, sollte das nicht unterschätzen", sagte BfR-Expertin Ariane Lenzner. Vermutlich sei bei einem Teil der Bevölkerung nämlich allein über die Nahrungsmittelaufnahme die tolerierbare Aluminiummenge bereits erreicht. Am Mittwoch veranstaltete die Bundesbehörde ein Expertenforum (bis 27.11.), bei dem auch mögliche Zusammenhänge mit Alzheimer und Brustkrebs diskutiert werden.

"Wissenschaftlich ist noch kein eindeutiger Zusammenhang zwischen Aluminiumaufnahme und Morbus Alzheimer oder Brustkrebs belegt", sagte Lenzner. Aber erwiesen ist laut BfR, dass hohe Aluminiummengen beim Menschen Nerven und beim Tier den Nachwuchs schädigen können. Forscher aus Australien und Großbritannien stellen zum eventuellen Brustkrebs- und Alzheimerrisiko durch Aluminium in Berlin Arbeiten vor.

Derzeit empfiehlt das BfR in Anlehnung an die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit, dass ein Erwachsener pro Woche nicht mehr als ein Milligramm Aluminium pro Kilogramm Körpergewicht aufnehmen sollte (TWI). Derzeit gehen die Experten davon aus, dass diese Menge bereits beim einmaligen Benutzen eines Alu-haltigen Anti-Transpirants erreicht werden könnte. Allerdings ist die Datengrundlage dafür noch sehr klein. "Es fehlen Daten über die tatsächlichen Aufnahmemengen von Aluminium über die Haut", so BfR-Präsident Prof. Andreas Hensel. Eine großangelegte Studie der Kosmetikindustrie soll künftig Klarheit bringen.

Auch im Trinkwasser, diversen Gemüsesorten, Teeblättern und Gewürzen ist Aluminium enthalten, außerdem wird es über Nahrungszusatzstoffe oder Verpackungsmaterial wie Alufolie aufgenommen. Auch in manchen Lidschatten, Lippenstiften oder Cremes kommt es vor. Gesunde Menschen scheiden Aluminium mit dem Urin aus, aber im Laufe des Lebens reichert sich das Leichtmetall auch in Lungen und Skelettsystem an.

BfR-Verbraucherschutzforum Aluminium

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Kinderwunsch? Arzt half wohl mit seinem Sperma
Ein Reproduktionsmediziner in den Niederlanden hat seinen Beruf scheinbar etwas zu ernst genommen. Der Arzt soll mit eigenem Sperma mindesten 19 Kinder gezeugt haben. 
Kinderwunsch? Arzt half wohl mit seinem Sperma
Lotto am Mittwoch: Das sind die Gewinnzahlen
Saarbrücken - Jeden Mittwoch warten die Spieler auf das Ergebnis der Ziehung. Hier sind die Lottozahlen vom 25. Mai 2017.
Lotto am Mittwoch: Das sind die Gewinnzahlen
Mann schlägt Spinne tot - plötzlich steht die Polizei vor der Tür
Bei der Jagd auf eine Spinne hat ein Mann am Mittwoch die Polizei in Essen in Alarmbereitschaft versetzt. Mehrere Beamte riegelten den vermeintlichen Tatort ab, bis sich …
Mann schlägt Spinne tot - plötzlich steht die Polizei vor der Tür
Darum ist die Mars-Sonde "Schiaparelli" abgestürzt
Darmstadt - Die Mars-Sonde "Schiaparelli" ist im vergangenen Oktober abgestürzt. Die erste kontrollierte Landung auf dem Nachbarplaneten Geschichte. Nun scheint der …
Darum ist die Mars-Sonde "Schiaparelli" abgestürzt

Kommentare