+
Vor dem Weltnichtrauchertag warnen Experten vor den Gefahren von E-Zigaretten und fordern klare gesetzliche Regelungen. Foto: Felix Zahn

Experten warnen eindringlich vor E-Zigaretten

E-Zigaretten und E-Shishas sind "in" - das ist für viele Gesundheitsexperten nicht akzeptabel. Denn die Produkte seien ein gefährlicher Chemikaliencocktail.

Berlin (dpa) - Zum Weltnichtrauchertag an diesem Sonntag haben Experten eindringlich vor den Gefahren von E-Zigaretten gewarnt und klare gesetzliche Regelungen gefordert.

"Mit jedem Zug wird ein Chemikaliengemisch inhaliert. Insbesondere bei hohem Dauerkonsum kann eine Krebsgefährdung nicht ausgeschlossen werden", sagte die Leiterin der Stabsstelle Krebsprävention im Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg (DKFZ), Martina Pötschke-Langer, am Dienstag in Berlin.

Die Deutsche Krebshilfe befürchte, dass Kinder durch gezieltes Marketing für E-Zigaretten dazu verführt werden, das Rauchritual einzuüben. "Das vereinfacht den Wechsel zur Tabakzigarette", warnte der Vorstandsvorsitzende Gerd Nettekoven.

Das DKFZ, das Aktionsbündnis Nichtrauchen und weitere Unterstützer fordern unter anderem ein Verkaufverbot für E-Zigaretten an Jugendliche unter 18 Jahren und die gesetzliche Gleichbehandlung nikotinfreier und nikotinhaltiger Zigaretten.

E-Zigaretten enthalten keinen Tabak, meistens aber Nikotin. Seit etwa eineinhalb Jahren sind zudem E-Shishas auf dem Markt. Sie sind eine Variante der E-Zigarette. Weil E-Zigaretten und E-Shishas keinen Tabak enthalten, fallen sie bisher nicht unter das Jugendschutzgesetz. Diese Lücke will Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) noch in diesem Jahr schließen und den Verkauf an Kinder und Jugendliche verbieten.

Viele Flüssigkeiten für E-Zigaretten enthalten einer Studie zufolge Aromastoffe, die die Atemwege reizen. Schon bei normalem Gebrauch können Dampfer solche Stoffe in Mengen aufnehmen, die die empfohlenen Höchstwerte um das Doppelte überschreiten, berichteten kürzlich Forscher der Portland State University (US-Staat Oregon). Im Fachblatt "Tobacco Control" forderten sie, Hersteller unter anderem dazu zu verpflichten, die Inhaltsstoffe auf ihren Produkten zu nennen und für bestimmte Substanzen eine Höchstgrenze festzulegen.

Während beim Rauchen die Inhaltsstoffe verbrannt werden, wird in der E-Zigarette eine Flüssigkeit - das Liquid - bei einer bestimmten Temperatur lediglich verdampft. Beim Inhalieren gelangen Aerosole in die Lunge, aber keine Verbrennungsprodukte. Die Liquids bestehen zu mehr als 90 Prozent aus einer Trägersubstanz, meist Propylenglycol oder Glyzerin. In den E-Zigaretten sorgen sie für den sichtbaren Dampf beim Inhalieren und Ausatmen. Der Geschmack kommt von Aromastoffen, von denen es Tausende in zahllosen Geschmacksrichtungen gibt - von Ananas über Eierlikör und Minze bis Zuckerwatte.

Befürworter messen E-Zigaretten an herkömmlichen Glimmstängeln und gehen davon aus, dass sie - als Alternative zu normalen Zigaretten - viele Menschenleben retten könnten. Gegner vergleichen sie dagegen mit völliger Abstinenz und verweisen auf die Gesundheitsrisiken.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

An FKK-Strand vergewaltigt: Mann schwimmt durch See und fällt Frau an
Schreckliche Szenen in einem Freizeitbad: Eine Frau liegt am FKK-Strand, als sie plötzlich von einem Mann angefallen wird. 
An FKK-Strand vergewaltigt: Mann schwimmt durch See und fällt Frau an
Zwei Kinder am Strand nahe New York von Haien gebissen
New York (dpa) - Zwei Kinder im Alter von 12 und 13 Jahren sind an einem Strand nahe New York von Haien gebissen worden. Ein 13-jähriger Junge befand sich auf der Insel …
Zwei Kinder am Strand nahe New York von Haien gebissen
Ein Bärenschädel per Luftpost
München (dpa) - Zöllner haben am Münchner Flughafen den präparierten Schädel eines Braunbären beschlagnahmt. Das Paket mit dem Schädel sollte von Kanada per Luftpost an …
Ein Bärenschädel per Luftpost
War es ein Verbrechen? Seniorin treibt tot in ihrem Pool 
Eine Rentnerin konnte nur noch tot aus dem Pool ihres Hauses geborgen werden. War es ein Verbrechen?
War es ein Verbrechen? Seniorin treibt tot in ihrem Pool 

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.