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Ein vermutlich in einem Koffer versteckter Sprengsatz hat vor einem Obergericht in Neu-Delhi mindestens neun Menschen in den Tod gerissen und 45 verletzt.

Elf Tote bei Bombenanschlag

Neu-Delhi - Bei einem Bombenanschlag vor einem Gerichtsgebäude sind am Mittwoch mindestens elf Menschen in den Tod gerissen und zahlreiche weitere verletzt worden. Extremisten bekannten sich zu der Bluttat.

Der Sprengsatz war in einem Koffer versteckt und wurde vor einem Tor des Obergerichts in Neu-Delhi gezündet, vor dem mehr als hundert Menschen auf Einlass warteten. Eine islamische Extremistengruppe bekannte sich zu der Bluttat.

Die Explosion am Vormittag erschütterte das Gerichtsgebäude, Anwälte und Richter flohen nach draußen, wie einer der Juristen, Sanjiv Narula, berichtete. “Überall war Rauch. Menschen rannten, Menschen schrien. Überall war Blut. Es war sehr, sehr unheimlich“, sagte der Anwalt Sangeeta Sondhi. Im indischen Fernsehen waren Rettungskräfte zu sehen, die Verletzte wegbrachten. Menschen eilten den Opfern zu Hilfe und brachten sie unter anderem in Motorrikschas in Krankenhäuser.

In einer E-Mail an mehrere Fernsehsender bekannte sich die Extremistengruppe Harkat ul Jihad al Islami zu dem Anschlag. Allerdings sei es noch zu früh, um Verdächtige beim Namen zu nennen, teilten die Ermittler mit. “Wir können nichts über die E-Mail sagen, bis wir sie sorgsam untersucht haben“, sagte S.C. Sinha von der nach den Anschlägen in Mumbai 2008 eingerichteten Ermittlungsbehörden NIA.

“Wir werden uns niemals dem Druck der Terroristen beugen“

Ministerpräsident Manmohan Singh erklärte, Indien werde sich “niemals dem Druck der Terroristen beugen“. Der Regierungschef sprach während eines Besuchs in Bangladesch von einem langen Krieg, “in dem alle Parteien und alle Bürger Indiens vereint sein müssen, um die Geißel des Terrorismus zu zerschlagen“. Innenminister Palaniappan Chidambaram erklärte vor dem Parlament: “Wir sind entschlossen, die Täter dieses schrecklichen Verbrechens zu finden und sie vor Gericht zu bringen.“

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und das US-Außenministerium verurteilten den blutigen Anschlag. Die Regierung in Washington bot den indischen Behörden Unterstützung bei den Ermittlungen an.

Die Explosion am Mittwoch war bereits die zweite in der Nähe des Obergerichts in diesem Jahr. Am 25. Mai war es auf dem Parkplatz des Gerichts zu einer kleinen Detonation gekommen, als offenbar eine Autobombe nicht richtig zündete.

Es war der erste folgenschwere Anschlag in Indien seit dem 13. Juli, als in drei Vierteln von Mumbai, dem ehemaligen Bombay, 20 Menschen bei Bombenexplosionen getötet wurden.

dapd

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