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Das ist der deutsche Pavillon bei der Weltausstellung 2010

Expo 2010 in Shanghai bricht alle Rekorde

Shanghai - Die Expo 2010 in Shanghai bricht alle Rekorde. Auch Deutschland war nie zuvor so stark vertreten, präsentierte sich als innovativ und lebenswert. Wurst, Schweinshaxe und Bier dürfen nicht fehlen.

Positive Bilanz der Weltausstellung: Mit mehr als 70 Millionen Besuchern ist die Expo 2010 in Shanghai die größte in der 159-jährigen Geschichte der Weltausstellungen. Vor dem Abschluss am Sonntag (31. Oktober) gab es im deutschen Pavillon zufriedene Gesichter. Trotz Wartezeiten von durchschnittlich drei Stunden hätten vier Millionen Besucher die deutsche Präsentation gesehen, sagte der Generalkommissar des Pavillons, Dietmar Schmitz, in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa in Shanghai. Der bisher größte und teuerste deutsche Auftritt auf einer Expo habe sich gelohnt, fand Schmitz. “Die 50 Millionen Euro waren sehr gut investiert.“ Deutschland habe sein Bild in China stärken können.

In einer unabhängigen Umfrage hätten sich 97 Prozent von 4000 befragten Besuchern “zufrieden“ oder “sehr zufrieden“ gezeigt, erklärten die deutschen Organisatoren am Donnerstag auf einer Pressekonferenz. Für mehr als drei Viertel war der deutsche Pavillon unter dem Motto “Balancity - die Stadt im Gleichgewicht“ der persönliche Favorit. Er wurde als “zukunftsweisend, einladend, offen, übersichtlich, individuell“ und “typisch deutsch“ bezeichnet. “Der deutsche Pavillon definierte sich über den Inhalt“, sagte Schmitz. “Er war ein Erlebnis-Pavillon.“ Deutschland präsentierte sich als “innovativ, lebenswert, touristisch attraktiv und spannend“.

Mehr als fünf Prozent aller Expo-Besucher kamen zum deutschen Pavillon. Mit durchschnittlich 32 Jahren war das Publikum recht jung. Das Bildungsniveau war hoch: Drei Viertel besuchten eine Hochschule. Im Schnitt blieben sie 62 Minuten. Eine möglichst hohe Besucherzahl sei ihnen nicht wichtig gewesen, sagte der Generalkommissar. “Wir haben vielmehr Wert daraufgelegt, dass die Menschen etwas mitnehmen, das auch ihr Bild von Deutschland und seinen Menschen beeinflusst.“

Sehr beliebt war das deutsche Restaurant: 250 Tonnen Fleisch- und Wurstwaren, 20 Tonnen Sauerkraut, 5 Tonnen Rotkohl und 2000 Hektoliter Bier servierte Gastronom Gerhard Obermayr: 2500 bis 3000 Essen am Tag - an Spitzentagen sogar 5000. Besonders gefragt war die Spezialitätenplatte mit Würstchen, Kassler, Kartoffelbrei und Sauerkraut - dicht gefolgt von der Schweinshaxe.

Einen Rekord stellte die sechsmonatige Expo bei den Teilnehmern auf: 246 Länder und Organisationen waren in der ostchinesischen Hafenstadt vertreten. Zur Abschlussfeier wird noch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon erwartet. Immer wieder verwiesen die Veranstalter darauf, dass trotz Anlaufschwierigkeiten letztlich doch der bisherige Besucherrekord von 1970 im japanischen Osaka übertroffen werden konnte, damals kamen 64 Millionen. Aus dem Ausland reisten allerdings nur 3,5 Millionen Besucher nach Shanghai an. Fast drei Viertel aller Expo-Besucher kamen nach deutschen Angaben öfter als einen Tag - im Schnitt 2,4 Tage.

Die Hafenmetropole und ihr Umland hätten rund 80 Milliarden Yuan (heute umgerechnet 8,6 Milliarden Euro) zusätzlich an Tourismuseinnahmen verbuchen können, berichteten die staatlichen Medien. Die Expo habe den Umsatz im Luftverkehr, Hotel- und Restaurantgewerbe sowie im Groß- und Einzelhandel um rund 20 Prozent steigen lassen. Was Shanghai die Austragung der Expo gekostet hat, blieb allerdings offen. Es war von zweistelligen Milliarden-Beträgen in US-Dollar die Rede. Die Schätzungen schwankten heftig, je nachdem wie weit neue Infrastrukturprojekte mitgerechnet wurden.

dpa

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