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Die Suche nach den Vermissten des Fährunglücks geht weiter.

Unglücksursache unklar

Philippinische Fähre gesunken - 35 Tote

Cebu - Nach einem schweren Fährunglück vor den Philippinen sind 35 Menschen gestorben. Deutlich mehr Reisende werden noch vermisst als zunächst angenommen.

Nach 200 Passagieren und Besatzungsmitgliedern werde noch gesucht, teilte die Küstenwache am Samstag mit. Unklar ist, wie viele Menschen an Bord der Fähre waren. Die Küstenwache sprach von 870, der Schiffseigner 2Go Group von 841. Auch die Zahl der Geretteten variierte. Die Rettungsdienste sprachen von 630 Menschen. Die Fähre durfte 1010 Menschen befördern. Die Unglücksursache wurde untersucht.

Die „MV St. Thomas Aquinas“ war am Freitagabend bei Cebu rund 600 Kilometer südlich der Hauptstadt Manila mit einem Frachtschiff zusammengestoßen und gesunken. Die Fähre war von der südphilippinischen Provinz Agusan del Norte unterwegs über Cebu nach Manila. Der Frachter fuhr von Cebu Richtung Süden nach Davao.

Küstenwache, Marine, Fischer und Freiwillige waren die ganze Nacht im Einsatz, um Menschen aus dem Wasser zu retten. Das Unglück passierte nahe der Küste der Hafenstadt Talisay. Deshalb hofften die Retter, dass sich viele Menschen selbst an Land retten konnten. Der Frachter „MV Sulpicio Express 7“ wurde schwer beschädigt.

Nach Behördenangaben waren beide Schiffe seetauglich und auch erst kürzlich überprüft worden, weshalb menschliches Versagen als Unglücksursache vermutet wird. Konteradmiral Luis Tuason zufolge wich eines der Schiffe offenbar von der zulässigen Route ab - offen blieb, welches. Die Unglücksstelle ist als Gefahrenpunkt bekannt. Es gibt dort wenig Platz für Ausweichmanöver. Täglich wird der Hafen von Cebu, der zweitgrößten Stadt des Landes, von dutzenden Fähren angefahren.

Überlebende berichteten, dass die meisten Menschen an Bord schon schliefen, als das Unglück passierte. „Ein Ruck hat uns aus dem Schlaf gerissen, und dann brach Chaos aus“, berichtete Glenda Sabilla einem Radiosender in Cebu. „Alle haben wie die Irren nach Schwimmwesten gesucht und sind über Bord gesprungen.“ Manche seien eingeschlossen gewesen, berichtete ein anderer Passagier, Jerwin Agudong. „Sie kamen nicht raus.“

"Es gab einen lauten Knall, dann sank das Schiff sehr schnell", sagte Arvin Manalo, der Bruder einer geretteten Passagierin. "Sie zogen sich Rettungswesten an und sprangen ins kalte, schwarze Wasser." Seine Schwester wurde gerettet, von seiner Mutter fehlte jede Spur, sie konnte nicht schwimmen. Nach Angaben der Küstenwache waren 56 Babys und Kleinkinder an Bord.

"Ich habe zehn Leute da rausgeholt", sagte der Fischer Mario Chavez, der sich freiwillig an den Rettungsarbeiten beteiligte. "Es war stockfinster und ich hatte nur eine kleine Lampe - sie strampelten und schrien um Hilfe." Die Geretteten erzählten ihm, dass noch viele Menschen auf der Fähre waren, als diese sank. "Es gab noch immer Schreie, aber ich konnte sie nicht alle erreichen."

Suche nach Überlebenden unterbrochen

Wegen stürmischen Regenwetters ist die Suche nach möglichen Überlebenden des am Samstag unterbrochen worden. Unter den knapp 200 Vermissten waren nach Behördenangaben dutzende Kleinkinder. Die Fähre war mit einem Frachter kollidiert und laut Küstenwache binnen zehn Minuten gesunken.

"Wegen des schnellen Sinkens ist es wahrscheinlich, dass viele Menschen in der Fähre untergegangen sind", sagte Konteradmiral Luis Tuason. Aufgrund des schweren Seegangs konnte am Samstag nicht mehr nach dem Wrack getaucht werden, das rund zwei Kilometer vor der Hafenstadt Cebu auf Grund lag. Ein Marine-Sprecher führte auch starken Regen als Problem bei den Rettungsarbeiten an.

Fähren sind eines der Hauptverkehrsmittel auf den Philippinen, die aus 7100 Inseln bestehen. Besonders ärmere Menschen, die sich keine Flüge leisten können, sind auf die oft überfüllten Schiffe angewiesen. Immer wieder kommt es zu verheerenden Unfällen. Das wohl folgenschwerste ereignete sich Weihnachten 1987, als nahe Manila eine Fähre mit einem Öltanker zusammenstieß und 4300 Menschen ertranken..

AFP/dpa

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