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"Vier Schiffe haben es mehr oder weniger problemlos geschafft, die Frisia II ist im Schlick aufgelaufen", sagt der Fahrdienstleiter der Reederei, Ralf Ackermann. Foto: Carmen Jaspersen/Archiv

Fähre mit 650 Passagieren sitzt im Nordsee-Watt fest

Tausende Touristen haben den Jahreswechsel auf Juist verbracht. Wegen des Wintereinbruchs mussten viele ihren Urlaub unfreiwillig verlängern. Der Flugverkehr ruht komplett. Einige sitzen vorübergehend sogar im Watt fest.

Norddeich/Juist (dpa) - Wer derzeit nach Juist oder von der Nordseeinsel aufs Festland will, muss viel Geduld oder Glück haben, oder am besten beides.

650 Passagiere auf der Fähre "MS Frisia II" schafften am Dienstagfrüh nur die Hälfte der nur wenige Kilometer langen Strecke zwischen Juist und dem Festlandhafen Norddeich Mole. Dann fuhr sich die 63,5 Meter lange Fähre im Schlick fest. Von da an hieß es: Warten auf das nächste Hochwasser am Abend.

Die "Frisia II" war um 6.45 Uhr von Juist mit vier weiteren Schiffen der AG Reederei Norden-Frisia in Richtung Norddeich aufgebrochen. "Vier Schiffe haben es mehr oder weniger problemlos geschafft, die Frisia II ist im Schlick aufgelaufen", sagte der Fahrdienstleiter der Reederei, Ralf Ackermann. Die Lage sei nicht dramatisch; es besteht keine Gefahr, dass das Schiff kippt.

"Wir brauchen nur die sprichwörtliche Handbreit Wasser unterm Kiel. Dann könnten wir uns mit Motorenkraft freischwimmen", hofft Ackermann. "Da könnte das Hochwasser gerade so reichen." Allerdings drückt Ostwind seewärts, da fällt das Hochwasser schon mal niedriger aus. Es könnte also Millimeter-Arbeit werden, immerhin wiegt das Schiff einige hundert Tonnen.

Nicht nur der Weg von Juist ans Festland ist derzeit nur mit Glück zu bewältigen. Auch umgekehrt ist es schwierig. Die Inselflieger, die bei normalen Wetterbedingungen fast stündlich den Fünf-Minuten-Flug von Norddeich nach Juist absolvieren, warten auf Wetterbesserung. "Derzeit geht nichts. Die Start- und Landebahn ist völlig vereist", hieß es bei den Inselfliegern.

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