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Eine Fähre ist vor Südkorea in schwere Seenot geraten.

Hunderte Schüler an Bord

Fast 300 Vermisste nach Fährunglück vor Südkorea

Seoul - Eine Fähre gerät vor Südkorea in schwere Seenot und geht fast ganz unter. Eine dramatische Rettungsaktion läuft, um möglichst viele der mehr als 470 Insassen in Sicherheit zu bringen.

Eine Fähre mit mehr als 450 Menschen an Bord ist vor der Küste Südkoreas gesunken. Fast 300 Menschen wurden noch vermisst - darunter viele Schüler. Die Rettungskräfte rechneten kaum noch mit Überlebenden. Wegen der Wassertemperatur von zwölf Grad und der Tiefe seien die Chancen sehr gering, zitierte die Zeitung „The Korea Herald“ die Einsatzkräfte. Die Küstenwache befürchtete, dass zahlreiche Passagiere im Inneren des Schiffs eingeschlossen wurden. Die Behörden bestätigten bis zum Mittwochabend vier Tote.

Auf dem Schiff waren mehr als 300 Schüler, die sich auf einem Ausflug befanden. Die Ursache des Unglücks vor der Südwestküste war noch unklar, möglicherweise lief es auf einen Felsen. Gerettete Passagiere erzählten von einem lauten Schlag, bevor das Schiff Schlagseite bekommen habe. Die Fähre „Sewol“ war auf dem Weg von Inchon auf die Ferieninsel Cheju in Seenot geraten.

Nachdem die Besatzung um etwa 9.00 Uhr einen Notruf abgesetzt hatte, lief eine großangelegte Rettungsaktion an, an der sich auch Fischerboote beteiligten. Starke Strömung und schlechte Sicht unter Wasser behinderten die Rettungsarbeiten. Auf Fernsehbilder ist zu sehen, wie Mitglieder einer Spezialeinheit der Marine nach dem gesunkenen Schiff tauchten.

Bislang wurden 164 Insassen gerettet, Dutzende von ihnen wurden verletzt. 291 Menschen galten noch als vermisst. Mehr als 100 Schiffe und Flugzeuge der Marine und Küstenwache suchten das Gebiet um die Unglücksstelle vor der Insel Chindo ab, berichtete die nationale Nachrichtenagentur Yonhap. Staatspräsidentin Park Geun Hye drängte wegen der heranbrechenden Nacht zur Eile. Sie sei „tief bestürzt“, sagte Park.

Bei den bisher bestätigten Todesopfern handelte es sich den Angaben zufolge um eine Angestellte des Schiffsbetreibers sowie zwei Schüler. Über die Identität des vierten Toten lagen zunächst keine Angaben vor. Die Schüler gehörten zu einer Ausflugsgruppe der Danwon-Oberschule aus der Seouler Vorstadt Ansan. Das Fernsehen zeigte Bilder von verzweifelten Väter und Müttern, die sich in der Schule versammelten oder in die Häfen im Südwesten des Landes eilten. Sie alle hofften auf Lebenszeichen ihrer Kinder.

„Ich hörte ein laut pochendes Geräusch, bevor das Schiff stoppte“, sagte ein Schüler per Telefon dem Kabelsender YTN. Nach dem Sprung ins Meer sei er zusammen mit anderen zu einem Rettungsboot geschwommen, sagte ein anderer Schüler. Über die Wetterlage herrschte Unklarheit: Einige Medien berichteten, es sei zur Unglückszeit nebelig gewesen.

Der Rundfunksender KBS berichtete unter Berufung auf einen Beamten der Küstenwache, dass das Schiff aus noch ungeklärten Gründen auf der vielbefahrenen Fährstrecke möglicherweise außerhalb der normalen Route gefahren sei.

Tote bei Fährunglück vor Südkorea

Tote bei Fährunglück vor Südkorea

Auf dem Schiff waren nach jüngsten Angaben des Krisenstabs 459 Menschen - zuvor war von mehr als 470 die Rede gewesen. Auch hatten die Behörden kurz nach dem Untergang zunächst von etwas mehr als 100 Vermissten gesprochen. Die Zahl habe aufgrund von Fehlberechnungen korrigiert werden müssen, hieß es dann.

Die 1994 gebaute Fähre konnte den Berichten zufolge mehr als 900 Passagiere und 130 Autos aufnehmen. Das 6835-Tonnen-Schiff war 146 Meter lang und 22 Meter breit. Seit Anfang 2013 befuhr es die Strecke zwischen Inchon und Cheju.

dpa

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