Bergung dauert an

Fährunglück in Myanmar: Dutzende Tote geborgen

Mandalay - Studenten, Lehrer und Arbeiter waren auf der Fähre, die am Samstag in einem Fluss in Myanmar untergegangen ist. Die Einsatzkräfte sind noch immer dabei, das Wrack anzuheben. Bislang haben sie 32 Leichen gemeldet. 

Bei einem Fährunglück auf einem Fluss in Myanmar sind möglicherweise dutzende Menschen ums Leben gekommen. Bis zum Montag, zwei Tage nach dem Unglück, bargen Rettungskräfte nach offiziellen Angaben mehr als 30 Leichen aus dem Chindwin-Fluss, doch wurden noch zahlreiche Todesopfer in dem auf Grund liegenden Schiffswrack vermutet. 154 Menschen konnten gerettet werden.

Die vermutlich überladene Fähre war am Samstagmorgen auf dem Weg von Homalin nach Monywa nahe Mandalay im Zentrum des Landes untergegangen. Zunächst musste das Wrack geortet werden, was den Einsatzkräften bis zum Montag gelang. Doch das gesamte Ausmaß des Unglücks war weiter unklar.

"Bislang haben wir 32 Leichen geborgen", sagte Sa Willy Frient, der Leiter der für den Rettungseinsatz zuständigen Behörde. "Wir versuchen, das Wrack mit einem Kran zu heben, nachdem wir starke Taue daran befestigt haben. Wenn wir es herausgezogen haben, wird die Opferzahl höher sein."

Bis zu 250 Menschen waren an Bord

Sa Willy Frient schätzte, dass bis zu 250 Menschen an Bord der Fähre waren und damit etwa hundert mehr als erlaubt. Außerdem hatte das Schiff schwere Fracht geladen. Vier Besatzungsmitglieder wurden festgenommen und müssen mit einer Anklage rechnen. Die Behörden suchten noch nach einem weiteren Crew-Mitglied sowie nach dem Besitzer der Fähre.

Laut den Rettungskräften waren an Bord der Fähre vor allem Studenten, Lehrer sowie Arbeiter, die anlässlich des buddhistischen Fests Thadingyut heimfuhren. Eine Überlebende, die 27-jährige Lehrerin Hnin Lei Yee, war mit ihrem Mann und ihrer einjährigen Tochter an Bord. Ihr Kind kam ums Leben, über das Schicksal ihres Mannes wusste sie noch nichts.

Schiffe häufig überfüllt

"Es ging sehr schnell", berichtete sie. Sie habe sich durch ein offenes Fenster retten können. Da sie nicht schwimmen könne, habe sie sich an einem Plastikgegenstand festgehalten, bis ein Rettungsboot kam. "Am Morgen hörte ich, dass im Krankenhaus ein totes Kind lag. Ich ging hin und sah meine tote Tochter", sagte sie weinend.

Der Vize-Vorsitzende der Lehrergewerkschaft, Sai Khaing Myo Tun, bekundete seine Trauer über das Unglück. Lehrer müssten oft solche unsicheren Transportmittel benutzen, etwa, um ihr Monatsgehalt abzuholen, beklagte er.

Schiffsunglücke ereignen sich in Myanmar häufig. In dem küstenreichen und von zahlreichen Flüssen durchzogenen südostasiatischen Land sind Fähren gängige Verkehrsmittel, die häufig überfüllt sind.

AFP

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