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Er nannte sich besonders oft „Martin“: RAF-Terrorist Garweg noch immer auf der Flucht – Neue Details

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Weiterhin wird nach dem RAF-Terroristen Burkhard Garweg gefahndet. Ein Ermittler gab nun unter anderem Einblicke in Garwegs Leben vor seiner Flucht.

Berlin – Vermutungen, wo sich die gesuchten RAF-Terroristen aufhalten könnten, gab es viele. Bis zur Festnahme von Daniela Klette konnte sich jedoch kaum jemand vorstellen, dass sie jahrelang unbemerkt in der Landeshauptstadt Berlin gewohnt hatten. Denn nicht nur Klette wohnte dort, sondern auch ihr Komplize Burkhard Garweg. Als Klette gefasst wurde, floh er und wird seither gesucht. Der Bauwagen, in dem er wohnte, wurde von der Polizei untersucht. Dabei fand sie so einiges Interessantes. Einen Einblick in die Erkenntnisse der Ermittler gewährte Friedo de Vries, Leiter des Landeskriminalamts Niedersachsen, der Zeit.

Fälscherwerkstatt in Bauwagen von RAF-Terrorist Garweg gefunden

So wurden in dem als „ärmlich“ beschriebenen Bauwagen etwa Werkzeuge zum Fälschen von Dokumenten sichergestellt. Dementsprechend sei es durchaus wahrscheinlich, dass der Flüchtige mit von ihm selbst hergestellten falschen Ausweisdokumenten unterwegs ist.

„Er hatte diverse Aliasnamen“, erklärt de Vries. Ein Vorname hatte es ihm jedoch offenbar besonders angetan: „Die meisten fingen mit Martin an.“ Unter diesem ist er aktuell jedoch wahrscheinlich nicht mehr unterwegs. So sieht der RAF-Terrorist heute aus.

Die Polizei fahndet u.a. mit diesen Fotos nach dem mutmaßlichen RAF-Terroristen Burkhard Garweg, der mit einem Irish Terrier auf einem Sofa sitzt.
Die Polizei fahndet u.a. mit diesen Fotos nach dem mutmaßlichen RAF-Terroristen Burkhard Garweg, der mit einem Irish Terrier auf einem Sofa sitzt. © LKA Niedersachsen

Ermittler gibt Einblicke in Fahndung nach RAF-Terrorist Garweg

Der LKA-Ermittler vermutet vielmehr, dass Garweg eine gänzlich neue Identität angenommen hat. Denn: „Garweg wird sich sehr genau mit der Frage beschäftigt haben, wie er im Falle einer Festnahme wie der Klettes reagiert.“ Auch dass Garweg den Bauwagenplatz als Wohnort wählte, ist für de Vries kein Zufall. Dass dort nicht groß nach der Vergangenheit gefragt werde und die Bewohner Polizeieinsätzen und Rechtsstaat eher kritisch gegenüberstehen, spielte dem gesuchten RAF-Terroristen definitiv in die Hände.

Dass längst nicht alle die drei RAF-Mitglieder und ihre Taten verurteilen, wurde erst kürzlich deutlich. In Berlin gingen Hunderte auf die Straße, um ihre Solidarität mit Klette, Garweg und Ernst-Volker Staub zu zeigen, wie ZDF heute berichtete. Wo sich Garweg aktuell aufhält, ist unbekannt; möglicherweise ist er bereits im Ausland. (sp)

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