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Die weißen Fahnen auf der Brooklyn Bridge hatten auch Terror-Angst bei den New Yorkern ausgelöst - dabei war es eine Kunst-Aktion von zwei Deutschen.

Aufsehen erregende Kunst-Aktion

Fahnen auf Brooklyn Bridge: Deutsche waren's!

New York - Der Austausch von US-Flaggen auf der Brooklyn Bridge gegen zwei weiße Fahnen hatte im Juli in New York für Aufsehen gesorgt. Jetzt bekannten sich zwei deutsche Künstler zu der Aktion.

Groß war die Aufregung, als über der berühmten Brooklyn Bridge in New York plötzlich zwei weiße Fahnen statt der US-Flaggen wehten. Schließlich wird das Bauwerk als Touristenmagnet und mögliches Terrorziel rund um die Uhr bewacht. Alle Welt rätselte, wie der Flaggentausch geschehen konnte - und wer wohl hinter der Aktion steckt. Nun haben sich zwei deutsche Künstler dazu bekannt.

„In der Nacht vom 21. zum 22. Juli haben Wermke/Leinkauf zwei handgenähte weiße Fahnen auf den Toren der Brooklyn Bridge gehisst“, schrieb das Künstlerduo Mischa Leinkauf und Matthias Wermke am Dienstag auf seiner Website. Die mitgenommenen US-Flaggen wollen die beiden Künstler wieder rausrücken.

Die Aktion hatte in den USA und bis nach Europa und Asien Aufsehen erregt. Normalerweise wehen auf den beiden Toren von New Yorks berühmtester Brücke zwei USA-Fahnen, die Stars and Stripes in Blau-Weiß-Rot. Mit sechs Metern Länge sind sie dort deutlich zu sehen, auf Millionen Fotos bilden sie den obersten Punkt.

Am Morgen des 22. Julis waren sie plötzlich weg und stattdessen wehten da zwei weiße Fahnen gleicher Größe - bei denen allerdings dünn die Sterne und Streifen durchschienen. Keiner wusste, wie die Flaggen ausgetauscht worden waren. Das war besonders mysteriös, weil Polizisten die Brücke, ein New Yorker Wahrzeichen, stets bewachen. Auf einer Auffahrt steht immer ein Streifenwagen.

Doch am Morgen des 22. Juli sahen die Polizisten ratlos, vielleicht auch ein bisschen verlegen aus, als sie die weißen Fahnen einholten. Drei Wochen lang rätselte nicht nur New York: Wie haben die das gemacht? Und wer sind überhaupt „die“?

Video von der Tatnacht als Beweis

„Wermke/Leinkauf“ soll die Antwort lauten. Die beiden Berliner haben immer wieder bekannte Bauwerke für Kunstaktionen genutzt. Jetzt schickten sie der dpa drei Fotos von „White American Flags“. Und ein Video zeigt ganz offensichtlich die weißen Fahnen nachts auf einem der beiden Tore. Da die peinlich berührte Polizei sie am späten Vormittag einholte, wurde es also in der „Tatnacht“ aufgenommen.

Sie wollten „die Schönheit des öffentlichen Raums“ feiern, sagten die beiden Deutschen. „Wie eine weiße Leinwand lädt „White American Flags“ zu vielen Lesarten, verschiedenen Interpretationen und Projektionen ein.“ Die beiden Deutschen bezogen sich ausdrücklich auch auf Jasper Johns, der mit seinen Interpretationen der USA-Fahne Pop-Art-Geschichte geschrieben hat.

Das Datum ist kein Zufall

Den 22. Juli wählten die Künstler nach eigener Darstellung, weil es der 145. Todestag von John Augustus Roebling war. Der Preuße, als Johann August Röbling 1806 in Mühlhausen geboren, hatte die Brooklyn Bridge konzipiert. Bei der Vermessung der Pfeiler zerquetschte eine Fähre seinen Fuß. Als Anhänger der Homöopathie lehnte er jede ärztliche Behandlung ab - und starb an Wundbrand. Sein Sohn und später dessen Frau vollendeten sein Lebenswerk.

Und was ist aus den amerikanischen Fahnen geworden, die morgens plötzlich nicht mehr auf der Brooklyn Bridge wehten? Die sind seither verschwunden. Als sie die Fahnen von ihren Stangen entfernten, hätten sie streng die Regeln des US-Flaggenrechts eingehalten, beteuern die beiden Künstler. Und: „Die Rückgabe läuft bereits.“

dpa

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