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In diesem Haus in Höxter soll das Paar seine Opfer misshandelt haben. Foto: Friso Gentsch

Lebenslange Haft möglich

Fall Höxter: Staatsanwaltschaft klagt Paar wegen Mordes an

Über Jahre hinweg soll ein Paar mehrere Frauen in ein Haus nach Höxter in Ostwestfalen gelockt und dort schwer missbraucht haben. Zwei der Opfer starben. Nun klagt die Staatsanwaltschaft den Mann und die Frau wegen Mordes an.

Paderborn/Höxter (dpa) - Im Fall des Horror-Hauses von Höxter hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen ein Paar wegen Mordes durch Unterlassen erhoben. Das Landgericht Paderborn bestätigte den Eingang der Klageschrift gegen den 46-jährigen Wilfried W. und seine Ex-Frau Angelika W. (47).

Die beiden sollen auf ihrem Grundstück im ostwestfälischen Höxter zwei Frauen tödlich misshandelt haben. Zusätzlich wirft die Staatsanwaltschaft der angeklagten Frau versuchten Mord und Körperverletzung in fünf Fällen vor. Wilfried W. muss sich außerdem wegen Körperverletzung in 30 Fällen verantworten. Lässt das Gericht die Klage zu, soll der Prozess am 26. Oktober beginnen.

Als Höchststrafe droht den beiden damit lebenslange Haft. Das Paar hatte den Ermittlungen zufolge über Jahre mindestens acht Frauen mit Kontaktanzeigen in das Haus nach Höxter-Bosseborn gelockt und sie zum Teil schwer misshandelt.

Nach dem Tod eines Opfers am 22. April 2016 wurde das Paar festgenommen: Die beiden hatten zuvor versucht, eine durch die Misshandlungen schwer verletzte Frau zurück in deren Wohnung nach Niedersachsen zu bringen. Eine Autopanne durchkreuzte diesen Plan, das Paar flog auf. Das Opfer starb wenig später im Krankenhaus.

Bereits 2014 soll ein Opfer ums Leben gekommen sein. Nachdem Annika F. aus Niedersachsen zu Tode gequält wurde, sollen die Angeklagten die Überreste der Leiche in einem Kachelofen auf dem Gehöft in Höxter verbrannt haben. Nach Aussage von Angelika W. soll das Paar die Asche anschließend am Rand der nahegelegenen Straße verstreut haben. Leichenspürhunde hatten bei einer Suche nach den Überesten allerdings nicht angeschlagen. Nach einem Abgleich von DNA-Spuren war die Kriminalpolizei sich aber sicher, dass beide Opfer in dem Haus in Höxter waren.

Das beschuldigte Paar soll bei den tödlichen Quälereien einzelne Opfer nicht nur körperlich misshandelt, sondern auch um größere Geldsummen gebracht haben. Die Sonderkommission war auf rund 100 000 Euro gestoßen, die die Tatverdächtigen von ihren Opfern erhalten haben sollen. Außerdem fanden die Ermittler etwa 20 Mobiltelefone.

Während Angelika W. mit den Ermittlungsbehörden kooperiert und umfassend aussagt, bestreitet Wilfried W. seinem Anwalt zufolge bis heute die ihm von seiner Ex-Frau zugeschriebene Rolle. Er sei an Misshandlungen nicht beteiligt gewesen.

Mitteilungen Landgericht Paderborn

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