+
Der getötete Flüchtlingsjunge Mohamed wurde auf dem Landschaftsfriedhofs Gatow in Berlin unter großer Anteilnahme beigesetzt.

Mutter als Nebenklägerin im Prozess

Familie von Mohamed kann in Deutschland bleiben

Berlin - Vor rund einer Woche wurde der mutmaßliche Mörder des vierjährigen Mohamed gefasst. Nun kündigt der Senat an, dass eine drohende Ausweisung der Familie abgewendet ist.

Die Familie des getöteten Berliner Flüchtlingsjungen Mohamed darf aus humanitären Gründen in Deutschland bleiben. Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) sicherte am Freitag zu, er werde ihren Aufenthalt genehmigen, weil es sich um einen „extremen Härtefall“ handele. „Ich setze mich dafür ein, dass Mohameds Familie in Berlin bleiben darf“, betonte Henkel.

Die Mutter und der Stiefvater sollten einen entsprechenden Antrag bei der Härtefallkommission stellen. Zur Begründung teilte Henkel mit: „Die Mutter soll am Grab ihres Sohnes trauern können.“

Die aus Bosnien stammende Familie - die Mutter, die Kinder und der Stiefvater - lebt seit etwa einem Jahr in Deutschland. Bisher galt der Status einer sogenannten Duldung bis zum 7. Dezember. Eine Duldung ist eine vorübergehende Aussetzung der Abschiebung von ausreisepflichtigen Ausländern. Wird sie nicht verlängert, müssen die Menschen Deutschland verlassen.

Nach Paragraf 23a des Aufenthaltsgesetzes kann die Härtefallkommission auf Antrag eine Empfehlung für ein Bleiberecht an die Landesregierung geben. Der zuständige Senator kann dem stattgeben.

Viele Politiker und Initiativen hatten gefordert, der Familie ein weiteres Leben in Deutschland zu erlauben. Der Rechtsanwalt der Familie, Andreas Schulz, hatte Kontakt zur Senatsinnenverwaltung aufgenommen, um ein Bleiberecht durchzusetzen.

In dem geplanten Prozess gegen den mutmaßlichen Mörder des vierjährigen Jungen tritt seine Mutter zudem als Nebenklägerin auf. Außerdem wolle der Potsdamer Staatsanwalt sie als Zeugin der Anklage, sagte Rechtsanwalt Schulz.

Mohamed war am 1. Oktober vor dem für Flüchtlinge zuständigen Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) entführt worden. Sein mutmaßlicher Mörder aus Brandenburg hatte gestanden, den Jungen einen Tag später nach sexuellem Missbrauch in seiner Wohnung umgebracht zu haben. Der 32-jährige Tatverdächtige hatte auch gestanden, den sechsjährigen Elias aus Potsdam getötet zu haben.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Amok-Alarm an Duisburger Schule
Großeinsatz der Polizei an einer Berufsschule in Duisburg: Ein Mann mit Pistolen sei auf dem Schulgelände, sagt ein Schülerin. Nach mehreren Stunden gibt die Polizei …
Amok-Alarm an Duisburger Schule
Insgesamt 39 Leichtverletzte: Reizgas an Schulen in Hamburg und Baden-Württemberg versprüht
Zahlreiche Menschen in zwei Schulen in Hamburg und Baden-Württemberg klagen wegen Reizgas über Atemwegsprobleme. Die Feuerwehr rückt an. Mutmaßlich haben Schüler das …
Insgesamt 39 Leichtverletzte: Reizgas an Schulen in Hamburg und Baden-Württemberg versprüht
Nach Amokalarm an Schule in Duisburg: Entwarnung nach über drei Stunden
Eine Schülerin aus Duisburg hatte die Polizei alarmiert: Sie sah offenbar einen Mann mit Waffe auf dem Gelände ihrer Berufsschule. Doch die Polizei gab am Abend …
Nach Amokalarm an Schule in Duisburg: Entwarnung nach über drei Stunden
Lotto am 22.11.2017: Das sind die aktuellen Lottozahlen vom Mittwoch
Lotto am Mittwoch vom 22.11.2017: Das sind die aktuellen Lottozahlen vom Mittwoch. 5 Millionen Euro lagen im Jackpot.
Lotto am 22.11.2017: Das sind die aktuellen Lottozahlen vom Mittwoch

Kommentare