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So sah das riesige Hornissennest auf dem Balkon der Becks aus.

Familie ist 1000 Balkon-Hornissen los 

Nußloch - Bis zu 1000 Hornissen lebten den ganzen Sommer über in einem riesigen Nest an einem Rollladenkasten im baden-württembergischen Nußloch - nun sind fast alle Tiere wieder verschwunden.

“Es sind nur noch zwei, drei da“, sagt Willi Beck erleichtert. “Die Tiere werd' isch net vermisse.“ Er hat aber Verständnis, dass es noch ein wenig dauern könnte, bis wirklich alle Hornissen weg sind: “S'isch jo au scheee warm do drin“, sagt er über das Nest. Die Tiere seien zwar nicht gefährlich geworden, wenn sich das Paar im Garten aufgehalten habe. Doch die Becks konnten wegen des riesigen Nestes den Sommer über ihre Balkontür nicht mehr öffnen, geschweige denn sich dort aufhalten. Der Hauptteil des Nestes maß 50 mal 60 Zentimeter, aber mit ungewöhnlichen Verlängerungen kam es auf eine Länge von 2,50 Meter.

Angefangen hatte alles im Mai, als die Tiere im Rollladenkasten anfingen zu bauen. Beck rief den Naturschutzwart an, doch der erste sagte wegen Urlaubs ab, der zweite wurde krank und so wurde es Wochen später “e Mordshornisseneschd“, erzählt er. Denn nicht jeder darf ein bewohntes Nest der geschützten Tiere eigenhändig entfernen. Doch die ungewöhnlichen Gäste hatten auch ihr Gutes: Die Hornissen fraßen die Schädlinge aus dem Garten und den Becks bot sich ein einmaliges Schauspiel: Sie konnten von innen durch die Fensterscheibe verfolgen, wie sich die Tiere im verzweigten Gängesystem bewegten.

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Für das gigantische Nest interessiert sich auch der Biologe Detlef Mader aus Walldorf. Er arbeitet derzeit an einer wissenschaftlichen Veröffentlichung über Hornissen und schaut mehrmals wöchentlich bei den Becks vorbei. Sobald alle Tiere weg sind, will er das Stamm-Nest aus dem Rollladenkasten und die besonders großen Ausläufer mit einem Messer entfernen und die Zellen der darin enthaltenen Waben zählen.

Jedes Frühjahr erwachen die Königinnen aus ihrem Winterschlaf und fangen an, eine Wabe zu bauen und Eier abzulegen. Aus diesen schlüpfen zunächst zehn bis 15 Arbeiterinnen, die sich fortan um die weitere Futterbeschaffung kümmern. Zusätzliche Waben entstehen und immer mehr Hornissen schlüpfen. Im Herbst legt die Königin schließlich Eier, aus denen Jungköniginnen schlüpfen. Die Arbeiterinnen kümmern sich dann nur noch um den Nachwuchs und die Königin stirbt. Wenig später verlassen schließlich auch die Jungköniginnen, die sich von den nur kurz lebenden männlichen Tieren befruchten ließen, das Nest und der Zyklus beginnt von vorne.

Möglicherweise erneut bei den Becks: Denn es komme hin und wieder vor, dass andere Hornissen im Folgejahr dort bauen, wo zuvor schon ein Nest war, sagt Mader.

dpa

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