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Familiendrama in Bonn

Polizei erschießt Familienvater

Drei Tote bei mutmaßlichem Familiendrama in Bonn

Die Polizei findet ein totes Mädchen und eine tote Frau in einer Wohnung - und trifft in einem weiteren Zimmer auf den Vater. Dann fallen Schüsse.

Bonn - Bei einem mutmaßlichen Familiendrama in Bonn hat es drei Tote gegeben. Polizisten fanden in einer Wohnung im Stadtteil Plittersdorf am frühen Montagmorgen ein lebloses drei Jahre altes Mädchen sowie eine ebenfalls leblose Frau. Als die Beamten auf den mutmaßlichen Vater und Ehemann trafen, mussten sie nach Polizei-Angaben schießen. Der Mann sei noch in der Wohnung gestorben.

Die Beamten wurden nach eigenen Angaben von Nachbarn alarmiert, die in der Wohnung in einem Mehrfamilienhaus laute Geräusche gehört hatten. Da die Tür versperrt gewesen sei, habe man die Wohnung mit Hilfe der Feuerwehr über den Balkon betreten, sagte ein Sprecher. Dort habe man dann das Mädchen und die 39 Jahre alte Frau gefunden. Der 40 Jahre alte Mann habe sich in einem weiteren Zimmer hinter einer geschlossenen Tür aufgehalten.

„Als wir die Tür zu diesem Zimmer geöffnet hatten, kam es zu einer kurzen konfrontativen Situation, in deren Verlauf die Kollegen von der Schusswaffe Gebrauch gemacht haben“, sagte der Sprecher. Nähere Angaben machte er nicht. Der genaue Ablauf sei noch Teil der Ermittlungen. Auch zur Todesursache von Frau und Mädchen machte er keine Angaben. „Wir stehen am Beginn der Ermittlungen.“

Der Schock sitzt tief

Das Mehrfamilienhaus wurde von der Polizei abgesperrt, Spurensicherer waren im Einsatz. Notfallseelsorger kümmerten sich um die Nachbarn. Es handele sich um eine ruhige Wohngegend, in der Polizeieinsätze nicht an der Tagesordnung seien, sagte der Polizeisprecher. Auch in der Familie habe es zuletzt keine Einsätze gegeben. „Es gab auch keine Hinweise für uns als Polizei, dass sich hier mögliche Gewalt entwickeln könnte.“

„Die Hausgemeinschaft ist so aufgestellt, dass man sich kennt“, sagt Jörg Trauboth von der Notfallseelsorge Bonn/Rhein-Sieg. Er betreut nun die Bewohner. Das sei „bitter notwendig“, sagt Trauboth. Im Haus leben weitere Kinder. „Denen muss nun vermittelt werden, dass jemand tot ist“, sagt der Seelsorger. Dafür müsse man aber zunächst die Mütter und Väter stabilisieren.

Über die Familie im ersten Stock wird zunächst wenig bekannt. Sie soll schon länger in dem Haus gewohnt haben und gut in die Hausgemeinschaft integriert gewesen sein. Bei der Frage nach möglichen Motiven verweist die Polizei auf die laufenden Ermittlungen. Anzeichen für eine mögliche Gewalteskalation habe es vorher keine gegeben.

dpa/Video dpa

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