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Die mit speziellen Federn ausgestattete Treppenstufen sollen den Auf- und Abstieg für Senioren im eigenen Haus in Zukunft deutlich erleichtern. Foto: Yun Seong Song et al. (2017)

Alternative zu Treppenliften

Federnde Treppenstufen erleichtern Senioren den Aufstieg

Neuartige Treppenstufen könnten vor allem für Senioren interessant werden. Die Stufen sind mit speziellen Federn ausgestattet, die den Aufstieg erleichtern sollen. Noch muss die Erfindung aber einige Kinderkrankheiten überwinden.

Rolla (dpa) - Mit speziell gefederten Treppenstufen sollen vor allem Senioren in Zukunft deutlich kraftsparender auf- und absteigen können. Die Treppenhilfe wurde von der Missouri University of Science and Technology entwickelt und soll eine günstige und gesündere Alternative zu Treppenliften sein.

Die Metallfedern speichern beim Abstieg des Bewohners die Energie, die dieser auf die Stufen abgibt und geben sie beim Aufstieg wieder zurück. So spart er beim Gang nach oben Kraft. Ältere Menschen sollen so länger in den eigenen vier Wänden wohnen bleiben können.

Im Online-Fachjournal "Plos One" stellen die Wissenschaftler um Yun Seong Song einen Prototyp vor. Die Stufen hängen dabei an Metallfedern befestigt in einem stabilen Aluminium-Rahmen. Diese Konstruktion kann den Forschern zufolge ohne großen Aufwand auf bestehende Treppen aufgebaut werden. Die oberste Stufe der Treppenhilfe schließt dann mit dem oberen Etagenboden ab.

Beim Hinabsteigen werden die Stufen nach unten gedrückt und rasten dort etwa auf Höhe der ursprünglichen Treppenstufe in einen elektromagnetischen Riegel ein, so dass sie nicht gleich wieder hochschnellen. Die Federn sind nun gespannt.

Beim Aufstieg gibt der Elektromagnet eine Stufe immer dann frei, wenn der erste Fuß auf die nächsthöhere Stufe gestellt wird. Dann ziehen die Federn das Trittbrett sanft nach oben und unterstützen den Treppensteiger beim nächsten Schritt. Messungen hätten ergeben, dass auf diese Weise vor allem die Knie entlastet werden, schreiben die Forscher in der Studie. Auf den Stufen sind Sensoren angebracht, die anhand des Tritts registrieren, ob jemand die Treppe hinauf oder hinunter steigt.

Die Wissenschaftler sehen in ihrer Erfindung einen deutlichen Vorteil im Vergleich zu teuren Treppenliften. "Aufzüge und Treppenlifte ersetzen den Treppenaufstieg komplett, selbst wenn die Nutzer dazu körperlich noch in der Lage wären", schreiben die Autoren in der Studie. Das trage dazu bei, dass die Kräfte noch schneller nachließen. "Wichtig sind deshalb motorische Hilfestellungen, die dem Menschen die Möglichkeit lassen, Treppen benutzen zu können", sagt Studienautor Yun.

Bis die Treppenkonstruktion tatsächlich in den ersten Wohnungen eingesetzt werden kann, wird es aber noch dauern. Bei vielen praktischen Situationen im Alltag stößt der Prototyp noch an Grenzen. Bislang sei es etwa nicht möglich, den Härtegrad der Federn zu verändern, ohne sie auszuwechseln, teilen die Autoren mit. Das könnte aber nötig werden, wenn etwa mehrere Menschen mit unterschiedlichem Körpergewicht in einem Haushalt leben.

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