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Ferienreiseverkehr aus und in Richtung Ostseeküste staut sich in Hamburg auf der Autobahn A1. Bundesweit kam es am Wochenende zu Hunderten Staus. Foto: Markus Scholz

Festgesetzt - Hunderte Staus auf Autobahnen

Ancona statt Antalya - Terror-Ängste haben anscheinend viele Deutsche den Autourlaub wiederentdecken lassen. Mit Folgen: Der Reiseverkehr staute sich am Wochenende auf vielen Autobahnen - auch nach Süden bis nach Oberitalien.

München (dpa) - Starker Autoverkehr mit Hunderten Staus hat am Wochenende Autofahrern bundesweit starke Nerven abverlangt. Betroffen war auch die Route nach Italien - an der deutsch-österreichischen Grenze, auf der Brenner-Autobahn und sogar in Oberitalien.

"Wer es geschafft habt, Bayern ohne größere Staus zu passieren, der steckte spätestens hinter dem Brenner-Pass immer wieder in Staus", berichtete ADAC-Sprecher Jochen Oesterle.

Betroffen war vor allem die italienische Autobahn A22. Im lombardischen Abschnitt der wichtigen Nord-Süd-Route stauten sich am Samstag vorwiegend deutsche Autourlauber auf einer Länge von 27 Kilometern, im Trentino auf 22 Kilometern und im oberen Etschtal auf bis zu 19 Kilometern Länge. "Die Autofahrer haben dadurch im Schnitt rund eine Stunde Zeit verloren", berichtete Oesterle.

"Dass sich der deutsche Reiseverkehr schon in Oberitalien so stark staut - das habe ich schon lange nicht mehr beobachtet", sagte der ADAC-Sprecher. Für ihn ist das ein klarer Hinweis, dass sich viele Deutsche nach den Terroranschlägen in der Türkei und anderen Urlaubsländern wieder auf einen Autourlaub in Österreich und Italien besinnen. "Viele von denen, die jetzt nach Italien fahren, sind früher in die Türkei geflogen", ist Oesterle überzeugt.

Auch auf den Autobahnen zu den Stränden an der Nord- und Ostseeküste brauchten Autofahrer am Wochenende viel Geduld. Auf der Autobahn A7 zwischen Hannover und Hamburg kam es am Samstag in beiden Richtungen immer wieder zu langen Staus - zeitweise auf bis zu 21 Kilometern Länge. "Autofahrer mussten hier ebenfalls rund eine Stunde Zeitverlust hinnehmen", so der ADAC-Sprecher.

Die meisten, wenn auch meist kürzeren Stockungen gab es demnach in Bayern mit 425 Staus am Samstag, gefolgt von Nordrhein-Westfalen mit 209 Staus und Baden-Württemberg mit 181 Staus. Bundesweit kam der Verkehr 1400 Mal zum Erliegen - auf einer Gesamtlänge von 3500 Kilometern. An den Freitag, den Hauptreisetag, reichte der Samstagsverkehr aber bei weitem nicht heran: Zum Wochenendbeginn hatte der ADAC bundesweit rund 3200 Staus mit einer Gesamtlänge von etwa 7500 Kilometern gezählt. Am Sonntag verstopften neben Ausflüglern vor allem Urlaubsrückkehrer die Autobahnen.

Neben dem dichten Reiseverkehr nannte Oesterle die insgesamt elf Vollsperrungen und viele Baustellen als Gründe für die Staus. "Elf Vollsperrungen an einem Wochenende - das hatten wir schon lange nicht mehr; und das auch noch in der Haupreisezeit", sagte der Sprecher. Besonders schmerzlich seien die Sperrungen auf den Hauptrouten A1, A2 und A40. "Die Baustellen haben sich zwar von Beginn der Reisezeit im Juni von 575 auf jetzt 449 reduziert, sie beeinträchtigen den Verkehrsfluss aber immer noch erheblich", sagte Oesterle.

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