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Die indische Armee evakuiert Menschen aus der Nähe des Everest-Basislagers.

Noch immer 1000 Europäer vermisst

Festsitzende Ausländer aus Nepals Bergen gerettet

Kathmandu - Tagelang saßen viele Wanderer aus aller Welt in den Bergen Nepals fest, nach dem Erdbeben von der Außenwelt abgeschnitten. Nun sind sie ausgeflogen - zumindest diejenigen, deren Aufenthaltsort klar war. Laut EU werden noch 1000 Europäer vermisst.

Alle Ausländer in den Bergen Nepals, von denen die Polizei den Aufenthaltsort kannte, sind gerettet worden. 50 ausländische Touristen aber seien bei dem Erdbeben vor einer Woche und den daraus resultierenden Lawinen und Erdrutschen ums Leben gekommen, sagte ein Polizeisprecher am Samstag. Die meisten der Toten seien Wanderer und Bergsteiger gewesen. Angaben zu ihren Nationalitäten machte er nicht. Die Europäische Union hatte am Vorabend noch gesagt, dass rund 1000 Europäer vermisst würden.

Am Samstag vor einer Woche hatte ein Beben der Stärke 7,8 die Himalaya-Region erschüttert - es war das stärkste seit mehr als 80 Jahren. Dabei starben mehr als 6700 Menschen. Mehr als 14 000 Menschen wurden verletzt und etwa 300 000 Häuser ganz oder teilweise zerstört. Die Nachbeben hielten auch eine Woche später noch an.

Die nepalesische Regierung erklärte, oberste Priorität habe nun die Auslieferung von Nahrungsmitteln und Wasser an die Überlebenden. Die Chance, noch Überlebende in den Trümmern zu finden, sei sehr gering, sagte ein Sprecher des Innenministeriums. Die nepalesischen Sicherheitskräfte und Rettungstrupps aus aller Welt hätten etwa 800 Menschen ausgegraben.

Sowohl die betroffenen Nepalesen als auch internationale Hilfsorganisationen vor Ort kritisieren die Regierung seit Tagen dafür, dass sie zu langsam und chaotisch agiert. Auch würden Hilfsgüter vorwiegend an Verwandte der Beamten und Mitglieder und Günstlinge der regierenden Parteien ausgeliefert. Zahlreiche Nepalesen in der Hauptstadt Kathmandu organisieren sich deswegen selbst und fahren mit Lastwagen voller Nahrungsmittel und Medikamente in die Dörfer.

Im Hilfsfonds des Premierministers sind mittlerweile rund 15 Millionen Euro eingegangen, vor allem von nepalesischen Spendern. Der Finanzminister beklagte, die meisten der Geldzusagen aus dem Ausland seien noch nicht bei ihm angekommen.

Das Asiatische Zentrum für Katastrophenvorsorge erklärte, während des Erdbebens seien 4500 Schulen und 700 Gesundheitszentren zerstört worden. Laut dem UN-Büro für Katastrophenhilfe (Ocha) ist es nach wie vor schwierig, in die entlegenen Gebiete Nepals zu kommen.

UN-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos sagte, die Vereinten Nationen stünden angesichts der blockierten Straßen und der Dörfer ohne Straßenanbindungen vor einer immensen logistischen Aufgabe. Sie sei besorgt, dass es zu lange dauere, den Menschen Hilfe zu bringen. An vielen Stellen seien die Hänge zu steil, um mit dem Hubschrauber zu landen.

dpa

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