+
Es wird noch wärmer: In weiten Teilen des Bundesgebiets sollen die Temperaturen über mehrere Tage über 30 Grad steigen. Foto: Arno Burgi

Wassermangel und Brandgefahr

Meteorologen erwarten erste große Hitzewelle

Die Feuerwehr rückt aus, damit Bäume nicht verdursten. Und auf manchen Friedhöfen sind wegen Brandgefahr keine Grabkerzen mehr erlaubt. Aber wer glaubt, in diesem Sommer schon genug geschwitzt zu haben, könnte bald unter noch mehr Hitze ächzen.

Offenbach (dpa) - In der kommenden Woche könnte die erste große Hitzewelle dieses Sommers nach Deutschland kommen. "Bislang war es zwar fast immer sehr warm, es gab aber noch nicht über mehrere Tage in weiten Teilen des Bundesgebiets über 30 Grad."

Das erklärte der Meteorologe Thore Hansen vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach. Subtropische Luftmassen könnten das schon bald ändern. "Die ohnehin schon extreme Trockenheit, vor allem in Norddeutschland und Teilen Ostdeutschlands, wird sich also weiter verschärfen, und auch die Waldbrandgefahr wird wieder zunehmen", so der Meteorologe zu den Aussichten in der neuen Woche.

Schon jetzt machen Trockenheit und Waldbrandgefahr vielen Regionen zu schaffen. In Nordrhein-Westfalen zum Beispiel rückt die Feuerwehr in mehreren Städten aus, um Bäume vor dem Vertrocknen zu bewahren. Nach wochenlangem Regenmangel gab es solche Einsätze bereits in Aachen; in Wuppertal ist das ab Montag geplant, wie die Kommunen mitteilten. Am Freitag wollte die Feuerwehr auch Innenstadt-Bäume in Düsseldorf wässern. "Die Bäume sind so notleidend, dass sie dringend Wasser brauchen", sagte ein Sprecher.

Der Verband der Feuerwehren in Nordrhein-Westfalen spricht von außergewöhnlichen Einsätzen. Denn das Bäumegießen gehöre nicht zu den gesetzlichen Aufgaben wie Brandschutzhilfe, Katastrophenschutz, Menschenrettung und Hilfeleistungen bei Unglücksfällen.

In Thüringen schätzt man die Waldbrandgefahr so hoch ein, dass noch nicht einmal mehr Grabkerzen auf den Friedhöfen von Erfurt angezündet werden dürfen. Vor allem auf dem Erfurter Hauptfriedhof mit seinem dichten Baumbestand und inzwischen vertrockneten Rasenflächen sei die Brandgefahr wegen fehlender Niederschläge hoch, teilte die Stadtverwaltung mit. Nur elektrische Grablichter sind noch gestattet.

Die Stadt Erfurt untersagte zudem die Entnahme von Flusswasser aus der Gera. Nach Angaben der Stadtverwaltung ist der zum Schutz von Tier- und Pflanzenwelt festgelegte Mindestwasserstand unterschritten.

Vor der für nächste Woche erwarteten Hitzewelle erwarten die Meteorologen an diesem Wochenende aber erst mal ein wenig Auffrischung. Im Süden bis hin zur Mitte Deutschlands ist von Samstag an mit eher unbeständigem Wetter zu rechnen. Dabei sind auch Gewitter mit Starkregen möglich. Der Norden muss dagegen weiter auf Regen warten. Die Temperaturen bleiben sommerlich zwischen 25 und 32 Grad.

Vorhersage Deutscher Wetterdienst

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Katastrophenfall Moorbrand: Wasserschläuche defekt - Bundeswehr untersucht Sabotage
Ein Waffentest der Bundeswehr hat einen Flächenbrand ausgelöst. Seit Wochen sind Einsatzkräfte mit Löscharbeiten beschäftigt. Nun wurde ein Defekt an Wasserschläuchen …
Katastrophenfall Moorbrand: Wasserschläuche defekt - Bundeswehr untersucht Sabotage
Mann und Jugendlicher streiten sich um Sitzplatz - plötzlich überall Blut
Im hessischen Wiesbaden streiten sich ein Mann und ein Jugendlicher um einen Sitzplatz. Plötzlich wird es blutig - die Situation eskaliert brutal.
Mann und Jugendlicher streiten sich um Sitzplatz - plötzlich überall Blut
Polizisten stoppen BMW-3-Fahrer 
In Frankfurt kontrollierten Beamten der Autobahnpolizei einen BMW 3-Fahrer. Doch das bereuen sie sofort.
Polizisten stoppen BMW-3-Fahrer 
Beluga-Wal in der Themse entdeckt
Ein weißer Beluga-Wal ist in der Themse gesichtet worden. Der Meeressäuger hat sich offenbar verirrt. 
Beluga-Wal in der Themse entdeckt

Kommentare