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Waldbrände in ganz Europa: Brand auf Lesbos - Griechische Küstenwache muss Einwohner von Stränden retten

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Von: Marc Dimitriu, Bettina Menzel, Michelle Brey

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Europa leidet unter einer heftigen Hitzewelle. Überall auf dem Kontinent lodern Waldbrände, welche die Feuerwehren in Atem halten.

Update vom 23. Juli, 19.52 Uhr: Hitze und Brände haben den Menschen in Griechenland auch am Samstag schwer zu schaffen gemacht. Ein großer Brand zerstörte den Wald des Dadia-Nationalparks, eines der größten Waldgebiete im Südosten Europas. Ein zweiter großer Brand tobte auf der Südseite der Ferieninsel Lesbos. Der Zivilschutz ordnete die Evakuierung der dort gelegenen Ortschaft Vatera an. 

Griechenland, Lesbos: Ein Feuerwehrmann versucht einen Waldbrand in der Nähe des Badeortes Vatera zu löschen
Griechenland, Lesbos: Ein Feuerwehrmann versucht einen Waldbrand in der Nähe des Badeortes Vatera zu löschen (Samstag, 23. Juli 2022). © Panagiotis Balaskas/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Wegen der starken Rauchbildung suchten Einwohner von Vatera Zuflucht an den Stränden. Die Besatzungen von Booten der Küstenwache brachten sie dann in Sicherheit, berichtete das Staatsfernsehen. Mindestens zehn Häuser des Dorfes wurden beschädigt, berichteten örtliche Medien.

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Bäume brennen in der Nähe von Häusern im Ort Vatera auf der drittgrößten griechischen Insel Lesbos. Die Häuser wurden evakuiert (23. Juli 2022). ©  Manolis LAGOUTARIS / AFP

Waldbrände an der französischen Atlantikküste unter Kontrolle gebracht

Update vom 23. Juli, 14.03 Uhr: Die heftigen Waldbrände an der französischen Atlantikküste südlich von Bordeaux haben sich nicht weiter ausgebreitet. Teilweise konnten die Einwohnerinnen und Einwohner am Samstag wieder in ihre Häuser zurückkehren, wie die zuständige Präfektur auf Twitter mitteilte. Die vor über einer Woche ausgebrochenen Waldbrände von Landiras und La Teste-de-Buch zerstörten mehr als 20.600 Hektar Land. Das entspricht etwa der Fläche Stuttgarts. Tausende Menschen mussten vorsichtshalber ihre Bleibe verlassen.

Blick auf eine verbrannte Landschaft nach einem Waldbrand in Brasparts, Westfrankreich.
Blick auf eine verbrannte Landschaft nach einem Waldbrand in Brasparts, Westfrankreich. © Fred Tanneau/AFP/dpa

Hitzewelle in Portugal könnte Auswirkungen aus Reisende haben

Update vom 22. Juli, 21.54 Uhr: Die Hitzewelle in Südeuropa könnte auch Auswirkungen auf Reisende haben. Der portugiesische Umweltminister, Duarte Cordeiro, kündigte am Freitag eine Reduzierung des Wasserverbrauchs in Touristenattraktionen und der Hotellerie an der Algarve an, wie die portugiesische Zeitung Jornal de Notícias berichtete. Das betreffe Lokalitäten mit einem großen Wasserverbrauch wie etwa Golfplätze oder begrünte Flächen, hieß es.

Indes ist die Waldbrandgefahr in Portugal so hoch wie in den letzten 42 Jahren nicht. Das Land war auch bei Hitzewellen in der Vergangenheit bereits stark von Feuern betroffen: Bei einer Brandkatastrophe im Jahr 2017 kamen etwa 100 Menschen ums Leben - die größte Anzahl an Toten bei Waldbränden in Portugal seit Beginn der Aufzeichnungen. 30 Personen starben damals in ihren Autos, als sie versuchten, aus dem betroffenen Gebiet zu fliehen.

Hitzewelle in Europa: Rekordjahr bei Waldbränden in Spanien seit Beginn der Datenerfassung

Update vom 22. Juli, 19.01 Uhr: Dramatische Zahlen kamen am Freitag aus Spanien. Dort ist 2022 schon jetzt das verheerendste Waldbrand-Jahr in diesem Jahrhundert. In den ersten knapp sieben Monaten des laufenden Jahres hätten die Flammen mehr als 197.000 Hektar Wald zerstört, berichtete der staatliche TV-Sender RTVE unter Berufung auf das europäische Erdbeobachtungssystem Copernicus. Das sei bereits mehr als im gesamten bisherigen Rekordjahr seit Beginn der Erfassungen. Der bislang höchste Wert lag demnach im Jahr 2012, als die Waldbrände in Spanien 189.376 Hektar vernichteten.

Waldbrand in Pont de Vilomara und Manresa in Katalanion ist bereits unter Kontrolle. Im laufenden Jahr 2022 wurden in Spanien schon jetzt mehr Hektar Wald von Flammen
Der Waldbrand in Pont de Vilomara und Manresa in Katalanion ist bereits unter Kontrolle. Im laufenden Jahr 2022 wurden in Spanien schon jetzt mehr Hektar Wald von Flammen vernichtet als jemals zuvor (Archivbild, 17. Juli 2022). © IMAGO/Eric Renom/Nur Photo

Hitzewelle in Europa: In 16 italienischen Städten gilt am Freitag die Hitzewarnung

Update vom 22. Juli, 15.51 Uhr: Italiens derzeitige Hitzewelle dürfte am Freitag ihren vorläufigen Höhepunkt erreichen. Für 16 Städte vom Süden bis zum Norden galt eine Hitzewarnung - darunter für Mailand, wo die Temperaturen die 40-Grad-Marke erreichen sollten, sowie für Bologna und Rom, wo Spitzenwerte von 39 Grad erwartet wurden. Die norditalienische Stadt Padua hatte mit 39,6 Grad bereits am Tag zuvor ihren bisherigen Hitzerekord gebrochen.

Nach Angaben der Internetseite ilmeteo.it ist eine Entspannung der Lage nicht in Sicht. Seit drei Monaten lägen die Temperaturen in Italien zwei bis drei Grad über dem saisonalen Durchschnitt, und dies dürfte bis Anfang August anhalten, hieß es bei ilmeteo.it. Die anhaltende Trockenheit, meist in Verbindung mit Menschen als Ursache, sorgen immer wieder für neue Waldbrände. Die italienische Feuerwehr meldete allein am Donnerstag dutzende Einsätze. Der größte Brand in der Nähe der Gemeinde Massarosa (Toskana) vernichtete demnach bereits mehr als 860 Hektar, rund tausend Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden. Die Staatsanwaltschaft von Lucca ermittelt wegen möglicher Brandstiftung.

Nach Angaben des europäischen Erdbeobachtungsprogramms Copernicus wurden in Italien seit Jahresbeginn mehr als 27.570 Hektar Land durch Brände verwüstet. In Frankreich sind es bisher mehr als 39.900 Hektar, in Spanien mehr als 199.650 Hektar, in Rumänien mehr als 149.324 Hektar und in Portugal mehr als 48.100 Hektar.

Waldbrände in Europa: Extreme Brandgefahr und lange Hitzewelle in Griechenland

Update vom 22. Juli, 11.51 Uhr: Ein Waldgebiet im Westen des griechisch-türkischen Grenzflusses Evros ist von einem großen Brand bedroht. Die Flammen toben am Rand des Dadia-Nationalparks. Das ist eines der größten Waldgebiete im Südosten Europas. Vier Hubschrauber, vier Löschflugzeuge und die Besatzungen von 65 Löschfahrzeugen seien im Einsatz, teilte die griechische Feuerwehr am Freitag mit. Das unwegsame Gelände erschwere die Löscharbeiten, sagte der Chef der Feuerwehr der Region, Konstantinos Koukouras, dem griechischen TV-Sender Mega.

Wegen der lang anhaltenden Trockenheit herrscht in weiten Teilen Griechenlands extreme Brandgefahr. Eine Besserung scheint nicht in Sicht zu sein. Für weite Teile des Landes erwarten die Meteorologen eine lange Hitzewelle, die bis Anfang August dauern soll. Bereits am frühen Freitagmorgen zeigten die Thermometer in Athen 30 Grad Celsius. Am Wochenende und in den Tagen danach sollen die Temperaturen Werte um die 40 Grad erreichen, wie das Amt für Meteorologie mitteilte.

Gefährlich sei, dass selbst in der Nacht die Temperaturen vielerorts nicht unter 30 Grad fielen - dies erschwere es Bewohnern und Urlaubern, sich von der Hitze zu erholen. Mit einem Rückgang auf für die Jahreszeit normale Höchsttemperaturen von um die 35 Grad rechnen die Meteorologen für die kommenden zehn Tage nicht. Von der Hitzewelle verschont bleiben wegen der Meeresbrisen die Inseln der Ägäis wie Skopelos, Mykonos, Santorini und Syros sowie die Gebirgsregionen des Festlandes. 

Elf Waldbrände in Spanien aktiv - mindestens 80.000 Hektar Wald zerstört

Update vom 22. Juli, 07:08 Uhr: Bei der Bekämpfung von Bränden meldeten einige Länder in Europa trotz anhaltender Trockenheit und hohen Temperaturen Fortschritte. In Spanien waren am Donnerstagnachmittag nach Angaben der zuständigen Behörden noch elf Waldbrände aktiv. Die meisten dieser Feuer werde man aber bald unter Kontrolle haben, hieß es. Bis Donnerstag hatten die seit gut einer Woche verstärkt wütenden Brände mindestens 80.000 Hektar Wald in Spanien zerstört. Das ist eine Fläche, die größer als die Hansestadt Hamburg ist. Auch in Portugal besserte sich die Lage.

Waldbrände in Europa: Aufatmen in Frankreich

Update vom 21. Juli, 20.51 Uhr: Die italienische Feuerwehr ist nach wie vor im Einsatz gegen Waldbrände. Der Zivilschutz schickte Löschflugzeuge in zahlreiche Regionen, darunter die Ferieninseln Sardinien und Sizilien, sowie die Toskana und die Region Friaul-Julisch Venetien, die an Slowenien grenzt. Die heftigen Waldbrände an der französischen Atlantikküste südlich von Bordeaux haben sich dagegen etwas beruhigt. Sie seien fast unter Kontrolle, teilte die zuständige Präfektur dpa zufolge mit. 

Das Foto zeigt ein verbranntes Waldstück; über den schwarzen Baumresten dampft es noch.
Das Feuer in den Massarosa-Hügel der Toskana ist gelöscht. Drei Tage lang bekämpften 4 Flieger und 6 Helikopter die Flammen, die etwa 700 Hektar Wald verbrannten. © Federico Neri IMAGO / Pacific Press Agency

Waldbrände könnten Rekordfläche verbrennen: „Situation ist noch schlimmer als erwartet“

Update vom 21. Juli, 16.51 Uhr: Die Europäische Union hat Sorge, dass die in Europa lodernden Waldbrände eine Rekord-Dimension erreichen könnten. Die aktuell lodernden Waldbrände in Südeuropa könnten das verheerende Jahr 2017 womöglich übertreffen. Zu dieser Einschätzung kommt das Europäische Waldbrandinformationssystem (Effis). Demnach wurde bislang mehr Fläche vernichtet als im gesamten Jahr 2021.

Effis zufolge versengten in der Europäischen Union seit Jahresbeginn 517.881 Hektar. Das entspricht etwa mehr als zweimal der Fläche des Saarlands. „Die Situation ist noch schlimmer als erwartet“, sagte Effis-Koordinator Jesús San Miguel der Nachrichtenagentur AFP.

Er befürchtet, dass die Waldbrände bei fortsetzendem Trend noch mehr Fläche verbrennen als 2017 - dem bislang schlimmsten Jahr seit Beginn der Effis-Aufzeichnungen. Damals waren 990.000 Hektar zerstört worden.

Waldbrände an Frankreichs Atlantikküste „fast unter Kontrolle“

Update vom 21. Juli, 14.29 Uhr: Gute Nachrichten aus Frankreich: Die heftigen Waldbrände an der Atlantikküste südlich von Bordeaux sollen „fast unter Kontrolle“ sein. Das teilte die zuständige Präfektur auf Twitter mit. Demnach haben sich die Feuer in Landiras und La Teste-de-Buch kaum ausgebreitet. Wiederaufflammende Brände konnten von den Feuerwehren eingedämmt werden.

Die Waldbrände in der Region lodern seit mehr als einer Woche und zerstörten bereits mehr als 20.000 Hektar Land.

Waldbrände bringen Gastanks in der Toskana zum Explodieren

Update vom 21. Juli, 12.08 Uhr: Regionalpräsident Eugenio Giani hat erklärt, dass in der Toskana in der Nacht zum Mittwoch (20. Juli) mehrere Gastanks während der Waldbrände in der Gemeinde Massarosa bei Lucca explodiert sind. Diese stehen oft in unmittelbarer Nähe zu Wohnhäusern. Über 100 Feuerwehrleute sind am Donnerstag (21. Juli) in dem Gebiet im Einsatz. Unterstützung erhalten sie aus der Luft von drei Löschhubschraubern und drei Canadair-Löschflugzeugen. Behörden gaben bekannt, dass in den verschiedenen Orten der Gemeinde bislang etwa 570 Menschen aus ihren Häusern in Sicherheit gebracht worden sind.

Durch starke Winde hatte sich der seit einigen Tagen dort lodernden Waldbrand am Mittwoch wieder ausgebreitet. Insgesamt seien knapp 870 Hektar bereits von den Flammen betroffen, hieß es in der beliebten Urlaubsregion von offizieller Seite. Aus ganz Italien gingen 25 Anfragen für Unterstützung durch Löschflugzeuge beim Zivilschutz ein. Die Behörde entsandte ihre Flieger in zahlreiche Regionen, darunter auch die Ferieninseln Sardinien und Sizilien sowie die Toskana und Friaul-Julisch Venetien.

Waldbrände in Italien: Autobahn und zwei Strände vorübergehend gesperrt

Update vom 21. Juli, 9.56 Uhr: In Italien sind mehrere Regionen von schweren Waldbränden betroffen. Auch Friaul-Julisch Venetien im Nordosten des Landes kämpft gegen die Flammen. Am Dienstag und Mittwoch (19./20. Juli) musste Autobahnbetreiber Autovie Venete die A4 in Fahrtrichtung Triest zwischen Redipuglia und Sistiana komplett sperren. Mitarbeiter der dortigen Mautstellen mussten vor den Auswirkungen der Brände in Sicherheit gebracht werden. Der Urlaubsverkehr kam zum Erliegen, große Staus waren die Folge.

Hubschrauber fliegen Löscheinsätze in der Nähe von Triest (Italien), wo ein großer Waldbrand wütet
Hubschrauber fliegen Löscheinsätze in der Nähe von Triest (Italien), wo ein großer Waldbrand wütet. © Luka Dakskobler/dpa

Auch der Bahnverkehr musste gestoppt werden. Die Strecke von Venedig nach Triest konnte zwischen der Hafenstadt Monfalcone und Duino Aurisina nicht mehr befahren werden. Reisende konnten den Bahnhof Triest nicht mehr erreichen. Dichte Rauchwolken bildeten sich über dem beliebten Urlaubsort Grado am Golf von Triest, die durch einen Brand im nahegelegenen Monfalcone verursacht worden waren. Zwei Strände in Grado mussten zwischenzeitlich gesperrt werden.

Waldbrände in Frankreich, Portugal und Italien: Mehrere Todesopfer und hunderte Verletzte

Update vom 20. Juli, 23.00 Uhr: Die Lage am Mittwoch (20. Juli) war in den südeuropäischen Ländern auch weiterhin dramatisch. An der südfranzösischen Atlantikküste kämpft die Feuerwehr bereits seit mehr als einer Woche gegen zwei große Waldbrände. In Portugal mussten am Mittwochvormittag, wie der Zivilschutz ANEPC mitteilte, 1200 Einsatzkräfte den Kampf mit insgesamt 25 größeren und kleineren Waldbränden aufnehmen.

Wegen der Brände der vergangenen Tage mussten nach Angaben des ANEPC 1055 Menschen ihre Siedlungen verlassen, es habe mindestens 3 Tote und 223 Verletzte gegeben, 6 davon Schwerverletzte. In der italienischen Toskana kämpften mehr als 100 Feuerwehrleute weiter gegen einen großen Waldbrand nahe der Stadt Lucca. Rund 500 Bewohner in der Gegend der Gemeinde Massarosa wurden evakuiert. Einige Gas-Tanks seien explodiert, twitterte Regionalpräsident Eugenio Giani am Mittwochmorgen.

Grenzregion zu Italien: Dörfer in Slowenien evakuiert

Update vom 20. Juli, 21.00 Uhr: Mehrere hundert Feuerwehrleute haben am Mittwoch (20. Juli) im Westen Sloweniens einen Waldbrand bekämpft, der möglicherweise der schlimmste Brand in der Geschichte des Landes werden könnte. Das Feuer war am Vortag im bewaldeten Karst ausgebrochen, wo die Vegetation durch die starke Hitze ausgetrocknet gewesen war. In der Region nahe der Grenze zu Italien wurden am Mittwochnachmittag, im Laufe dessen der Wind die Flammen weiter angefacht hatte, in mehreren Gemeinden Alarmsirenen ausgelöst und nach Angaben der Rettungskräfte einige Dörfer evakuiert.

„Es wird uns niemals gelingen, das Feuer binnen eines Tages einzudämmen“, prognostizierte Srecko Sestan vom Zivilschutz der Nachrichtenwebsite N1 zufolge, „Hoffen wir, dass es nicht zum Schlimmsten in der Geschichte wird.“

Das Foto zeigt den Brand. Zu sehen sind dunkelgraue Rauchwolken über einem Wald. Zwischen dem Rauch ist das Feuer zu sehen.
Der Brand in Slowenien wütet in der Region Karst, nahe der italienischen Grenze. © IMAGO / Italy Photo Press

Anhaltende Feuer bei Bordeaux: Macron besucht Opfer in Frankreich

Update vom 20. Juli, 19.10 Uhr: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron besuchte nun das Waldbrandgebiet an der südfranzösischen Atlantikküste. Mehr als eine Woche toben südlich von Bordeaux bei La-Teste-de-Buch und bei Landiras nun schon zwei große Waldbrände. Die Flammen zerstörten mehr als 20.600 Hektar Land, insgesamt mussten rund 36.750 Menschen präventiv evakuiert werden. Macron zufolge sind die Einsatzkräfte mittlerweile dabei, das Feuer bei La-Teste-de-Buch in den Griff zu bekommen. Es werde aber mehrere Wochen dauern, bis die Lage sich stabilisiere.

Carella umarmt Macron; ihr Gesicht ist verweint, der Präsident spendet der tapferen Frau Trost.
Sandrune Carella (l.), Besitzerin des Campingplatzes Pyla, der bei dem jüngsten Waldbrand niedergebrannt ist, umarmt Emmanuel Macron, Präsident von Frankreich, bei seinem Besuch in La-Teste-de-Buch. © picture alliance/dpa/AP Pool | Bob Edme

Für die Zukunft sieht der Präsident einiges an Verbesserungsbedarf. „Die Nutzung des Walds war nicht gut“, sagte Macron, das habe die Arbeit der Einsatzkräfte erschwert. Verbrannte Flächen sollten schnell wieder bepflanzt werden, allerdings sei auf bessere Prävention hinsichtlich weiterer Brände zu achten. Man brauche etwa Waldwege, die gepflegt würden, die Arbeit der Sicherheitskräfte müsse besser an den Klimawandel angepasst sein. Bei seinem Besuch in der stark von den Waldbränden getroffenen Gironde dankte Macron auch den Feuerwehrleuten und traf auch Betreiber, deren Campingplätze vom Feuer zerstört wurden.

Waldbrände in Europa: Beliebtes Wandergebiet betroffen

Update vom 20. Juli, 16.41 Uhr: Die Waldbrände im Nordosten Italiens haben sich nun auch auf das slowenische Karstgebiet ausgeweitet. Die Bewohner der grenznahen Dörfer Sela na Krasu, Hudi Log, Korita na Krasu and Nova Vas wurden am Mittwoch in Sicherheit gebracht, berichtete das Nachrichtenportal „24ur.com“. 600 Feuerwehrleute und Helfer waren im Kampf gegen die Flammen im Einsatz, teilte Srecko Sestan, der Kommandant des slowenischen Zivilschutzes, mit.

Drei Häuser gerieten in Brand, fünf Feuerwehrleute erlitten leichte Verletzungen, hieß es weiter. Im slowenischen Karst haben die Einsatzkräfte mehrere Brandherde zu bekämpfen. Die Löscharbeiten werden durch die starke Rauchentwicklung erschwert. Italien half dem Nachbarland am Mittwoch mit zwei Löschflugzeugen und zwei Helikoptern aus.

Der Karst (slowenisch: Kras) ist ein Hochplateau im Westen Sloweniens, das durch Wälder, Wiesen, unterirdische Flüsse und Höhlen geprägt ist. Er ist vor allem bei Wanderern beliebt.

Sommerhitze in Spanien: Temperaturen sorgen für über 500 Tote

Update vom 20. Juli, 15.17 Uhr: Die Hitzewelle in Europa sorgt für immer mehr Tote. In Spanien sind nach Regierungsangaben bereits hunderte Menschen ums Leben gekommen. Infolge der fast zehntägigen Hitzeperiode seien „mehr als 500 Menschen“ gestorben, sagte Ministerpräsident Pedro Sánchez am Mittwoch unter Verweis auf Daten zur Übersterblichkeit eines öffentlichen Gesundheitsinstituts.

Vorläufigen Daten des spanischen Wetterdienstes zufolge war die Hitzewelle zudem die intensivste, die jemals in Spanien gemessen wurde. Sie dauerte von 9. bis 18. Juli und bescherte den Spanierinnen und Spaniern Temperaturen von über 45 Grad.

Mit 4,2 Grad habe sie die „stärkste Temperaturanomalie“ seit Beginn der Datenerfassung im Jahr 1975 aufgewiesen, sagte Aemet-Sprecherin Beatriz Hervella. Die Temperaturanomalie beschreibt die Abweichung von Temperatur-Mittelwerten und verdeutlicht die Intensität von Hitzewellen. Hervella zufolge war es auch die drittlängste Hitze-Episode Spaniens. Nur 2015 (26 Tage) und 2003 (16 Tage) litt das Land noch länger unter sehr hohen Temperaturen. Die jüngste Hitzewelle könnte ihren Vorgängern aber noch den Rang ablaufen.

Sie war zwar am Montag für beendet erklärt worden, allerdings sind die Temperaturen seitdem nur geringfügig gesunken. Die Aemet könnte deshalb im Nachhinein erklären, dass die Hitzewelle nach wie vor andauert. Wegen der außergewöhnlich hohen Temperaturen waren seit vergangener Woche im ganzen Land massive Brände ausgebrochen. In der Provinz Zamora kamen dabei ein Feuerwehrmann und ein Schäfer ums Leben.

Großbrand bei Athen teilweise unter Kontrolle

Update vom 20. Juli, 13.05 Uhr: Der Großbrand im Nordosten Athens ist mittlerweile zum Teil unter Kontrolle gebracht worden. Entwarnung könne aber nicht gegeben werden. „Die Lage ist etwas besser“, sagte der Sprecher der griechischen Feuerwehr, Ioannis Artopoios, im griechischen Nachrichtensender Skai. Die Einsatzkräfte versuchten nun, die zahlreichen Brandherde „einzukreisen“, um sie dann vollständig zu löschen, fügte er hinzu. Nach wie vor sind zahlreiche Löschflugzeuge und Hubschrauber im Einsatz.

Griechenland - Athen, Feuerwehrleute haben ihre Bemühungen zur Eindämmung eines Lauffeuers wieder aufgenommen
Waldbrände nahe Athen: Feuerwehr kämpft mit Hubschraubern gegen Flammen. © IMAGO/Sotiris Dimitropoulos / Eurokinissi

Feuerwehr kämpft in Südfrankreich gegen zwei große Waldbrände

Update vom 20. Juli, 12.19 Uhr: An der südfranzösischen Atlantikküste kämpft die Feuerwehr bereits seit mehr als einer Woche gegen zwei große Waldbrände. Auch in der Nacht zum Mittwoch breiteten die Flammen sich weiter aus, allerdings lediglich um 300 Hektar, wie die für die Gironde zuständige Präfektur mitteilte. Insgesamt verbrannten bei Landiras und Teste-de-Buch südlich von Bordeaux 20.600 Hektar Land. Das ist etwas weniger als die Fläche des Stadtgebiets von Stuttgart. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron wird am Mittwoch vor Ort erwartet.

Unterdessen machen bei heftigen Winden und lokaler Trockenheit Feuer auch in anderen Landesteilen Frankreich zu schaffen. In der Bretagne verbrannten mehr als 1700 Hektar bei einem großen Waldbrand bei Brasparts. Hunderte Menschen wurden vor dem Feuer in Sicherheit gebracht.

Extreme Hitzewelle: Waldbrände wüten in ganz Europa

Erstmeldung vom 20. Juli 2022:

Athen - Die Hitzewelle in Europa nimmt kein Ende. Vielerorts herrschten in den vergangenen Tagen sogar Temperaturen bis zu 40 Grad. Die Trockenheit und Dürre sorgt für zahlreiche Waldbrände, vor allem in Südeuropa. Nahe der griechischen Hauptstadt Athen mussten wegen heftiger Waldbrände hunderte Menschen evakuiert werden. Die Bekämpfung der Brände sei aufgrund starker Winde aus wechselnden Richtungen besonders schwierig, sagte ein Sprecher der örtlichen Feuerwehr am Mittwoch, dem 20. Juli

Waldbrände bedrohen Ortschaften nahe Athen - Feuerwehr kämpft gegen 117 Waldbrände in Griechenland

Rund 500 Feuerwehrleute, 120 Löschfahrzeuge, drei Flugzeuge und vier Helikopter waren am Morgen des 20. Juli im Einsatz, um zu verhindern, dass die am Dienstagnachmittag ausgebrochenen Brände auf die Ortschaften Penteli, Pallini, Anthousa und Gerakas übergreifen.

In ganz Griechenland war die Feuerwehr wegen 117 Waldbränden im Einsatz. Die Regierung berief eine Kriseneinheit ein und bat andere europäische Staaten um Unterstützung. In Athen wurden Teile der Ringstraße um die Stadt für den Verkehr gesperrt, wie der Betreiber auf dem Kurznachrichtendienst Twitter mitteilte. Zu den in der Hauptstadtregion vorsorglich evakuierten Gebäuden zählen neben Wohnhäusern eine Kinderklinik und das Nationale Observatorium in Athen.

Laut einem Bericht des Fernsehsenders ERT liegen bisher keine Erkenntnisse über Verletzte vor. Medienberichten zufolge tötete sich ein 80-jähriger Mann aus Verzweiflung selbst. „Die Glut ist vom Himmel gefallen, so etwas habe ich noch nie erlebt“, sagte ein älterer Bewohner des Vororts Anthousa im TV-Sender ERT.

Generell berichten wir nicht über Selbsttötungen, damit solche Fälle mögliche Nachahmer nicht ermutigen. Eine Berichterstattung findet nur dann statt, wenn die Umstände eine besondere öffentliche Aufmerksamkeit erfahren. Wenn Sie oder eine Ihnen bekannte Person unter einer existentiellen Lebenskrise oder Depressionen leiden, kontaktieren Sie bitte die Telefonseelsorge unter der Nummer: 0800-1110111. Hilfe bei Depressionen und anderen psychischen Notfall-Situationen gibt es außerdem unter www.deutsche-depressionshilfe.de.

Hitzewelle in Europa: Zahlreiche Waldbrände in Italien - Gas-Tanks explodiert

Auch Italien ist stark betroffen. In der Toskana haben am Mittwoch mehr als 100 Feuerwehrleute weiter gegen einen großen Waldbrand nahe der Stadt Lucca gekämpft. Rund 500 Bewohner in der Gegend der Gemeinde Massarosa seien vor den Flammen in Sicherheit gebracht worden, teilte die Feuerwehr am Mittwochmorgen mit. Auf einem Video aus der Nacht war zu sehen, wie die Flammen nahe einer Siedlung loderten. Einige Gas-Tanks seien explodiert, twitterte Regionalpräsident Eugenio Gianin. Einige Seiten der Brand-Front hätten sich wegen starker Winde ausgedehnt. Der Einsatz läuft bereits seit vergangenem Sonntag.

Italien, Massarosa: Die italienische Feuerwehr ist bei einem Waldbrand im Einsatz. Laut des toskanischen Zivilschutzes hätten die Nacht über Winde aus Nordosten die Flammen weiter angetrieben.
Italien, Massarosa: Die italienische Feuerwehr ist bei einem Waldbrand im Einsatz. Laut des toskanischen Zivilschutzes hätten die Nacht über Winde aus Nordosten die Flammen weiter angetrieben. © Vigili del Fuoco/dpa

Auf den Ferieninseln Sizilien und Sardinien herrscht örtlich eine erhöhte, mitunter auch die höchste Waldbrand-Warnstufe. Die Feuer breiten sich wegen der seit geraumer Zeit anhaltenden Trockenheit oft schnell aus und werden von Winden angefacht. Hinter den Bränden stecken oft fahrlässiges Verhalten von Menschen oder Brandstiftung.

Auch an der italienisch-slowenischen Grenze gingen die Löscharbeiten wegen eines Waldbrandes am Mittwoch weiter. Laut Feuerwehr war ein Gebiet in der Gemeinde Doberdò, südlich von Görz (Gorizia) betroffen. Die Lage bessere sich den Rettungskräften zufolge.

Hitzewelle in Europa: Nicht nur Süden betroffen - Waldbrände bei London nach heißestem Tag in der Geschichte

Aber nicht nur der Süden ist betroffen, auch in Deutschland lodern zahlreiche Feuer. Teilweise von Feuerteufeln, wie in Bayern, gelegt. Und sogar im als kühl und regnerisch geltenden England brennt es. Bei Löscharbeiten am heißesten Tag in der Geschichte Großbritanniens sind in London mindestens 16 Feuerwehrleute verletzt worden. Zwei Einsatzkräfte wurden vorübergehend in Kliniken behandelt, wie der stellvertretende Feuerwehrchef der britischen Hauptstadt, Jonathan Smith, am Mittwoch dem Sender Times Radio sagte. Die Feuerwehr habe unter beispiellosen Bedingungen gearbeitet. Es habe mehr als 1000 Notrufe gegeben, davon die allermeisten wegen der Hitze. Smith warnte trotz der deutlich niedrigeren Temperaturen am Mittwoch vor weiteren Feuern. Der Boden sei noch immer völlig ausgetrocknet.

Londons Bürgermeister Sadiq Khan sprach vom arbeitsreichsten Tag für die Feuerwehr seit dem Zweiten Weltkrieg. Vor allem zwei Großbrände im Osten Londons sorgten für Aufsehen. Am Vortag waren erstmals seit Beginn der Aufzeichnungen mehr als 40 Grad Celsius in Großbritannien gemessen worden. (md mit dpa/AFP)

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