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Noch immer wird in der Saale nach einem vermissten Sechsjährigem gesucht. Seine Schwester war am Wochenende tot in dem Fluss gefunden worden.

Taucher suchen den sechsjährigen Joshua

Weißenfels - Nachdem am Wochenende ein Mädchen tot in der Saale gefunden word ist, wird fieberhaft nach ihrem sechsjährigen Bruder gesucht. Die Kinder hatten am Samstag an dem Fluss gespielt.

Die Hoffnung stirbt zuletzt. Gebannt schauen am Montag Schaulustige am Ufer der Saale auf den Fluss. Die Leiche der fünf Jahre alten Georgina hatten Taucher bereits am Sonntag aus den Fluten gezogen. Aber wo ist ihr ein Jahr älterer Bruder Joshua? Ist er ebenfalls tot oder hält er sich irgendwo versteckt?

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Mädchen in der Saale ertrunken - Bruder vermisst

Polizeitaucher Maik Collatz (29) taucht in einem Schleusenbecken. In viereinhalb Metern Tiefe, unter einer dicken Eisschicht und in völliger Dunkelheit. Am Boden ist tiefer Morast. Per Mikrofon hält er Kontakt mit einem Kollegen, der ihn an Land an einer langen, gelben Leine sichert. „Man macht es, weil es dazugehört“, beschreibt Collatz seine Gefühle, als er atemlos und noch etwas wackelig auf den Beinen wieder an Land steht. Triefend steht er mit seiner 50 Kilogramm schweren Ausrüstung neben dem zugefrorenen Becken, in das die Retter ein Loch für den Einstieg gesägt hatten.

Mädchen ertrunken - Bruder vermisst

Mädchen ertrunken - Bruder vermisst

Die Männer seien bestens ausgebildet, betont der Leiter der Tauchergruppe, Jens-Uwe Gonschior. „Doch wenn man nach einem Kind sucht, dann ist das eine extreme psychische Belastung.“

Der Familienvater hatte als Taucher im Jahr 2000 aus der Mulde einen fünf Jahre alten Jungen tot geborgen. „Das habe ich mein ganzes Taucherleben mitgeschleppt, bis es nicht mehr ging“, sagte Gonschior. Seit 2007 geht er nicht mehr unter Wasser, sondern leitet an Land die Einsätze. „Aber man denkt sein ganzes Leben dran.“

Georgina und Joshua hatten sich möglicherweise auf das brüchige Eis der Saale begeben. Die Fünfjährige war nach der Vermisstenmeldung der Mutter von Rettungskräften tot an einem Wasserkraftwerk nahe am Wehr gefunden worden - nur wenige Hundert Meter vom Elternhaus entfernt. Die Ermittler gehen von einem Unglücksfall aus.

Betroffenheit und Mitgefühl der Menschen in Weißenfels (Sachsen-Anhalt) ist groß. Kerzen und Plüschtiere stehen nahe des Spielplatzes, wo die beiden Kinder vor 48 Stunden noch fröhlich herumtollten. Waren es die Enten und Schwäne, die sie auf die Eisschollen der Saale lockten?

„Das wird man nie herausfinden“, war in den Gesprächen von jungen Eltern, die fassungslos die akribische Arbeit der unzähligen Retter verfolgten, immer wieder zu hören. Die Helfer suchen weiter auf und an dem Fluss nach dem Jungen. Einige hoffen, den Kleinen möglicherweise doch in einem Versteck zu finden.

„So lange wir ihn nicht gefunden haben, suchen wir weiter“, sagt Jörg Bethmann, Sprecher des Polizeireviers des Burgenlandkreises in Weißenfels. Die Verzweiflung ist ihm wie den Einsatzkräften aber anzusehen - der Junge war nach Polizeiangaben ohne dicke Jacke zum Spielen gegangen.

dpa

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