„Sie wird jetzt Gerechtigkeit erfahren!“

Fieser Nachruf sorgt für Aufregung im Netz

Auf den ersten Blick sieht Kathleen Dehmlows Todesanzeige wie ein ganz normaler Nachruf aus: schwarzweißes Bild und einige Zeilen Text. Beim Lesen merkt man jedoch schnell - hier stimmt etwas nicht.

Springfield - Über Tote darf man nicht schlecht sprechen - das ist sozusagen ungeschriebenes Gesetz. Daran hielten sich die Kinder von Kathleen Dehmlow nicht, sie setzen einen ganz besonderen Nachruf auf.

Der Text beginnt mit ganz üblichen Zeilen zu den wichtigen Lebensstationen der Verstorbenen: Ihr Geburtsdatum und -ort, der Name ihrer Eltern, wann und wo sie geheiratet hat.

Der dritte Absatz hat dann aber schon einen faden Beigeschmack: “Im Jahr 1962 wurde sie von ihrem Schwager Lyle Dehmlow schwanger und zog nach Kalifornien.“

Der abfotografierte Nachruf. 

Weiter im Text heißt es: „Sie hat ihre Kinder Gina und Jay verlassen. Diese wurden dann von ihren Eltern Mr. und Mrs. Joseph Schunk in Clements aufgezogen.”

Im letzten und wohl heftigsten Teil des Nachrufs sprechen ihre Kinder davon, dass sie „jetzt Gerechtigkeit erfahren wird“ und beide sie „nicht vermissen werden. Die Welt ist ein besserer Ort ohne sie.“

Kritik an der Veröffentlichung wird laut

Im Netz hat sich der bissige Nachruf verbreitet wie ein Lauffeuer. Verurteilt wurde besonders auch die Zeitung Redwood Falls Gazette, die die Anzeige veröffentlicht hatte.

Eine Twitter-Nutzerin schrieb an die Tageszeitung aus Minnesota: „Im Angesicht des Todes verdient jeder Mensch Würde und Respekt.” Redwood Falls Gazette antwortete öffentlich, dass einige Mitarbeiter protestiert hatten, den bösen Nachruf zu veröffentlichen, aber überstimmt wurden.

Der Huffington Post nannte die Geschäftsführerin der Zeitung, Lisa Drafall, einen einfachen Grund für die Veröffentlichung: Die Familie hat für die Anzeige bezahlt. Sie wollte jedoch nicht auf die Frage eingehen, ob der Nachruf eine Diskussion in der Redaktion ausgelöst habe.

Ein Verwandter meldet sich zu Wort

Zumindest ein Verwandter setzte sich für die verstorbene 80-Jährige ein und sagte gegenüber der in Minneapolis ansässigen Star-Tribune zwar, dass die Fakten im Nachruf wahr sind, jedoch „einige Infos fehlen“. Er möchte nicht sagen, in welchem Verwandtschaftsverhältnis er zu der Verstorbenen steht, findet die Todesanzeige aber unfair, da es keine „Gegendarstellung“ mehr geben kann.

“Sie hat vor 60 Jahren einen Fehler gemacht, aber wer hat das nicht?”, sagte er. Bereut habe sie diesen im Laufe der Jahre aber auch.

rm

Rubriklistenbild: © Screenshot Twitter/RandBallsStu

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