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Rewe-Gruppe nimmt Eier aus Niederlanden vorsorglich aus dem Verkauf.

Fipronil-Skandal

Rewe und Penny nehmen Eier vorsorglich aus dem Verkauf

Der Lebensmittelhändler Rewe und seine Discounttochter Penny nehmen Eier aus den Niederlanden vorsorglich aus dem Verkauf. Aber auch nach Hessen und Bayern sind verseuchte Eier geliefert worden.

Köln -  „Die Rewe Group nimmt noch heute bei allen Rewe- und Penny-Märkten Eier aus den Niederlanden - also diejenigen, die mit NL geprintet sind - umgehend aus dem Verkauf“, teilte die Handelsgruppe am Mittwochabend in Köln mit. Mit diesem Schritt wolle man für die Kunden Klarheit und Transparenz schaffen.

 „Sollten Kunden bereits Eier mit der Kennzeichnung NL bei uns gekauft haben, so können sie diese zurückgeben und bekommen den Verkaufspreis erstattet“, erklärte der Leiter des Qualitätsmanagements, Klaus Mayer, in einer Mitteilung. 

Will die Rewe-Gruppe wieder Eier aus den Niederlanden verkaufen?

Die Rewe-Gruppe werde Eier aus den Niederlanden erst wieder verkaufen, wenn diese nachweislich frei von Fipronil seien.

Skandal um Fipronil Insektenvernichtungsmittel

Millionen von Eiern sind mit einem Insektenvernichtungsmittel Fipronil belastet. Sie müssen vernichtet werden. Mit dem schädlichen Fipronil wurden auch deutsche Betriebe behandelt.

Die niederländische Lebensmittelaufsichtsbehörde NVWA warnte vor dem Verzehr von belasteten Eiern. In zu hoher Dosis könne das Mittel Leber, Nieren und Schilddrüse schädigen. Die Behörde schränkte aber eine allgemeine Warnung ein, nachdem der Verband der Geflügelzüchter protestiert hatte.

Belastete Eier auch in Hessen und Bayern

Mit dem Insektizid Fipronil belastete Eier aus den Niederlanden sind möglicherweise auch nach Hessen geliefert worden. Es gebe mehrere Hinweise darauf, teilte das Umweltministerium am Mittwoch in Wiesbaden mit. Die Schnellwarnstelle beim Regierungspräsidium Darmstadt und das Lebensmittelüberwachungsamt seien gebeten worden, „unverzüglich“ Maßnahmen zu ergreifen, um die möglicherweise belasteten Eier aus dem Verkehr zu ziehen.

Die Regierungspräsidien seien informiert und recherchierten derzeit alle Lieferketten, um in Erfahrung zu bringen, wohin in Hessen die besagten Eier geliefert wurden. „In solchen Fällen werden auch alle Lebensmitteleinzelhändler informiert und angehalten, eventuell belastete Ware aus den Regalen zu räumen“, hieß es.

Insektizid Fipronil versucht: Welche Eier sind betroffen?

Nach Angaben des Ministeriums können sich Verbraucher auf dem Internet-Portal www.lebensmittelwarnung.de unter dem Stichwort “Konsumeier“ über die betroffenen Chargen-Nummern informieren. Bereits gekaufte Eier können in den Lebensmittelmärkten zurückgegeben werden. Es wird dringend geraten diese Eier nicht zu verzehren, um jedes gesundheitliche Risiko zu vermeiden. Mit dem Insektizid belastete Eier waren zunächst in den Niederlanden entdeckt worden, später tauchten sie auch in Deutschland auf.

So erkennen Sie Fipronil verseuchte Eier

Die mit Rückständen betroffenen Eier tragen einen Stempelaufdruck. Auch in Bayern sollen verseuchte Eier in den Handel gekommen sein. „Das Land Brandenburg hat heute Nachmittag darüber informiert, dass in Bezug auf mit Fipronil belastete Eier auch Lieferwege nach Bayern bestehen“, teilte das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) am Mittwochabend mit.

Nordrhein-Westfalen und Hessen: Stempelaufdruck an den Eiern

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Bayern: Stempelaufdruck an den Eiern                                       

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Was ist Fipronil eigentlich?

Fipronil ist ein Phenylpyrazol und wird vielfach als Pflanzenschutzmittel und Biozid genutzt. In der Tiermedizin wird es als Mittel gegen Flöhe, Läuse, Schaben, Milben und Zecken bei Hunden und Katzen eingesetzt. 

  • Die Anwendung bei lebensmittelliefernden Tieren ist nicht erlaubt. Da der Stoff Fipronil nicht in Bereichen der Erzeugung von Lebensmitteln eingesetzt werden darf, müssen alle damit belasteten Erzeugnisse aus dem Verkehr genommen werden.
  • Das Insektizid Fipronil kann in hoher Dosis Schäden an Leber, Schilddrüse oder Niere verursachen.
  • Nach der aktuellen Stellungnahme des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) sind bei Gehalten bis 0,72 mg/kg Fipronil-Rückständen im Ei keine gesundheitlichen Risiken zu erwarten. Die nach NRW gelieferten Eier enthielten Fipronil-Gehalte unterhalb dieses Wertes. Es ist bei normalem Verzehr somit nicht von einem gesundheitlichen Risiko auszugehen.

dpa/ml

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