Fischer: Mindestens 100 Deutsche vermisst

- Berlin - Nach dem verheerenden Seebeben in Südasien geht die Bundesregierung derzeit von mindestens 100 vermissten Deutschen aus. Man gehe von einer "dreistelligen Zahl" aus, sagte der deutsche Außenminister Joschka Fischer, am Dienstag nach einer Sitzung des Krisenstabes in Berlin. Genaue Zahlen der Opfer würden mit Rücksicht auf die Betroffenen nur auf sicherer Basis bekannt gegeben. Bundeskanzler Gerhard Schröder wolle angesichts der Katastrophe seinen Urlaub in Hannover kurzfristig abbrechen und nach Berlin zurückkehren. Er sei aber laufend unterrichtet gewesen.

Angesichts des Ausmaßes der Verwüstungen erklärte Fischer: "Wir müssen deshalb Schlimmes befürchten." Beschlossen wurden nach Mitteilungen von Fischer weitere medizinische, humanitäre und finanzielle Hilfen für die Opfer der Flutkatastrophe. So solle die humanitäre deutsche Soforthilfe auf 2 Millionen Euro verdoppelt werden. Die sonstigen Maßnahmen beziehen sich vor allem auf Thailand, wo mehrere hundert Touristen zum Zeitpunkt der Flut Urlaub machten.

Noch an diesem Dienstag werde eine Maschine der Luftwaffe nach Phuket starten, um dort für Verletzte bereit zu stehen. Von der Bundesregierung gecharterte Maschinen sollten um 17.00 Uhr von Düsseldorf und um 20.00 Uhr ab München ebenfalls nach Phuket eingesetzt werden, um Ärzte, Kriseninterventionsteams und medizinische Hilfsgüter mitzunehmen. Mit diesen Flugzeugen sollten vor allem die Touristen nach Deutschland zurück geflogen werden, die nicht von den Reiseveranstaltern mitgenommen würden. In Khao Lak in Thailand würden weitere Identifikationsteams des Bundeskriminalamts eingesetzt.

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