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Bewohner von Valparaíso fliehen aus ihren Häusern.

2000 Gebäude zerstört

Flammeninferno in Chile: Mindestens zwölf Tote

Valparaíso - Zwölf Tote - und die Zahl könnte noch steigen: Die Menschen in der chilenischen Hafenstadt Valparaíso sind Opfer einer Feuersbrunst geworden. Rund 2000 Gebäude wurden zerstört.

Bei einem Großbrand in der chilenischen Stadt Valparaíso sind mindestens zwölf Menschen ums Leben gekommen. Das Feuer wütete am Wochenende in der Hafenstadt und zerstörte nach Regierungsangaben rund 2000 Gebäude. Insgesamt seien 850 Hektar von der Feuersbrunst erfasst worden - das ist eine Fläche etwa doppelt so groß wie der Englische Garten in München. Feuerwehrmänner vor Ort sprachen von einem „gewaltigen“ Feuer.

„Die Bilder sind beeindruckend, es ist wahrscheinlich der schlimmste Brand in der Geschichte von Valparaíso“, erklärte die chilenische Präsidentin Michelle Bachelet, die nach Valparaíso gereist war, um sich ein Bild von der Katastrophe zu machen. Die Staatschefin sagte, um die 10 000 Menschen hätten ihre Wohnungen verlassen. Sie schickte Polizei und Militär in die betroffenen Bezirke der Hafenstadt, um Plünderungen vorzubeugen. Der Ausschank von Alkohol wurde verboten, zudem soll der Unterricht an den Schulen am Montag ausfallen, hieß es nach Angaben des nationalen Katastrophenschutzes (Onemi).

Am Sonntagmorgen (Ortszeit) - dem zweiten Tag des Feuers - schienen die Flammen unter Kontrolle zu sein. Wenige Stunden später mussten jedoch weitere 2000 Menschen in Sicherheit gebracht werden, als drei neue Feuerherde am Südrand der Stadt ausbrachen, wie der Rundfunksender Bío Bío berichtete.

Drei Menschen erlitten nach Angaben von Gesundheitssekretär Jaime Burrows schwere Brandverletzungen. 500 Menschen seien wegen Atembeschwerden von Sanitätern behandelt worden. Der Kampf gegen das Inferno werde von 1250 Feuerwehrleuten geführt. Sechs Flugzeuge und 14 Hubschrauber nahmen an der Feuerlöschung teil.

Bilder: Feuerkatastrophe in chilenischer Hafenstadt

Bilder: Feuerkatastrophe in chilenischer Hafenstadt

Die Regierung rief für die Stadt den Notstand aus, teilte Innenminister Rodrigo Peñailillo mit. Die Zerstörung betraf vor allem 6 der rund 42 Hügel, auf denen die Mehrzahl der 270 000 Einwohner Valparaísos lebt.

Das Feuer war am Samstagnachmittag (Ortszeit) auf einer 30 Hektar großen Müllhalde an der 14 Kilometer langen Autobahn von Placilla nach Valparaíso ausgebrochen. Als mögliche Auslöser des Feuers wurden nach Augenzeugenangaben zwei Truthahngeier genannt, die sich auf einer Hochspannungsleitung niederließen. Der Wind habe zwei Kabel aneinander gebracht, die Geier seien dabei verbrannt und die entstandenen Funken hätten die trockenen Blätter am Boden entzündet, berichtete das Nachrichtenportal Emol nach Angaben der Brandermittler.

Anhaltende Winde trieben die Flammenwand am Abend auf die bewohnten Hügel um Valparaíso. Weshalb das Feuer auf der Müllhalde ausbrach, war zunächst nicht bekannt. „Es ist die schlimmste Katastrophe, die ich in Valparaíso gesehen habe“, sagte der Verwaltungschef der Region, Ricardo Bravo.

Rund 2000 Marinesoldaten und Polizisten wurden auf den Straßen eingesetzt, um für Sicherheit zu sorgen. Die Häftlinge des örtlichen Gefängnisses wurden in einem Sportstadion untergebracht, berichteten örtliche Medien. Auf Anordnung der Behörden fällt der Schulunterricht in Valparaíso am Montag aus. Bachelet sagte wegen der Katastrophe ihre für Dienstag geplante Auslandsreise nach Argentinien ab.

Valparaíso ist die größte Hafenstadt Chiles und Sitz des Parlaments. Die Stadt auf den Hügeln wurde 2003 von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt. Sie liegt etwa 120 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Santiago de Chile. Erst im Februar 2013 waren rund hundert Wohnungen bei einem Brand in Valparaíso zerstört worden. Der Brandstifter wurde damals gefasst.

Anfang April waren im Norden Chiles sieben Menschen bei einem schweren Erdbeben der Stärke 8,2 umgekommen. Am Sonntag wurde in der Gegend um Antofagasta ein neues Nachbeben der Stärke 5,2 verzeichnet. Nach Onemi-Angaben gab es weder Opfer noch Schäden.

dpa

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