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Polizisten stehen am Sonntag in der Innenstadt von Koblenz in der Löhrstrasse, die mit einem Polizeiband abgesperrt ist.

Aufatmen in Koblenz: Die Bomben sind entschärft!

Koblenz - Die 1,8-Tonnen-Luftmine in Koblenz ist am Sonntagmittag von Mitarbeitern des Kampfmittelräumdienstes ohne Probleme unschädlich gemacht worden.

Das bestätigten die Einsatzkräfte. “Wir sind erleichtert“, sagte Feuerwehrsprecher Manfred Morschhäuser. Die Entschärfung hatte knapp zweieinhalb Stunden gedauert.

Der Kampfmittelräumdienst musste sich um eine 1,8 Tonnen schwere britische Luftmine und eine kleinere US-Bombe kümmern. Die Entschärfung der kleineren Bombe galt als besonders kompliziert, denn sie war den Experten zufolge in schlechtem Zustand.

Bevor die Entschärfung beginnen konnte, musste ein Gebiet mit einem Radius von 1,8 Kilometern um die Bombe komplett geräumt sein. Mitarbeiter der Feuerwehr und des Ordnungsamtes zogen den Vormittag über von Haus zu Haus und klingelten. “Wir sind selbst überrascht, wie einsichtig die Koblenzer waren“, sagte Feuerwehrsprecher Norbert Gras. Es mussten gerade einmal vier Türen vom Schlüsseldienst geöffnet werden. Drei Wohnungen waren leer, obwohl Licht brannte, in einer wohnte eine verwirrte Frau. “So wenig Aufbrüche hatten wir noch nie bei einer Evakuierung“, sagte Gras.

Entschärfung begann früher als geplant

Ab mittags durfte kein Schiff mehr den Rhein passieren, um 12.40 Uhr stand dann auch der Zugverkehr der 106.000-Einwohner-Stadt auf beiden Seiten des Rheins still. Zudem sperrte die Polizei drei Bundesstraßen und blockierte mit Einsatzfahrzeugen die Zufahrtsstraßen in das Gefährdungsgebiet.

Zwei Teams des Kampfmittelbeseitigungsdienstes begannen gegen 13.30 Uhr, eineinhalb Stunden früher als geplant, mit der Entschärfung der beiden Bomben. Drei Zünder wurden aus der Luftmine gedreht, nachdem sie trocken gelegt worden war. Dazu hatten Helfer in den vergangenen Tagen einen Damm aus 350 Sandsäcken errichtet. Die Bombenräumer brachten sich dabei in gut 100 Metern Entfernung hinter einem Haus in Sicherheit und entschärften die Sprengkörper mithilfe eines ferngesteuerten Apparats.

Der Zünder der wesentlich kleineren Fliegerbombe stellte die schwierigere Aufgabe dar. “Die Bombe ist durch den Aufprall verformt und der Zündmechanismus komplexer“, erklärte Marco Ofenstein vom Kampfmittelbeseitigungsdienst. Doch auch diese Entschärfung klappte.

Die eingesetzten Sonderbusse aus den gefährdeten Stadtteilen wurden nur spärlich genutzt. Die Auffangstationen blieben weitgehend leer. Gerade einmal 500 Menschen ließen sich vom Deutschen Roten Kreuz in einer der sieben geöffneten Schulen betreuen.

Chemikalien-Fass unschädlich gemacht

Auch ein Fass mit gefährlichen Chemikalien wurde erfolgreich unschädlich gemacht. Das teilte das Pressezentrum der Stadt mit. Das Evakuierungsgebiet rund um die Bomben sollte aber erst freigegeben werden, wenn bei Messungen keine Schadstoffe in der Luft gefunden werden.

Nach der erfolgreichen Bombenentschärfung im Rhein dürfen 45 000 Einwohner von Koblenz in ihre Häuser zurückkehren. Die Evakuierungszone sei aufgehoben worden, teilte das Pressezentrum der Stadt mit.

dpa/dapd

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