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Ein Standbild aus dem Video von der Steinigung der jungen Afghanin.

Video zeigt grausame Hinrichtung

Flucht aus Zwangsehe: Taliban steinigen junge Frau

Firoskoh - Die Steinigung einer jungen Frau in Afghanistan hat die Erinnerung an die düstere Zeit unter der Taliban-Herrschaft wachgerufen.

Auf einem Video ist zu sehen, wie die etwa 20-jährige Rochshana in einem Erdloch steckt, während Männer mit Turbanen ohne jede Gemütsregung Steine auf sie werfen. Mit lauter und immer höher werdender Stimme wiederholt die Sterbende unter dem Steinhagel das muslimische Glaubensbekenntnis. Behördenvertreter bestätigten am Dienstag die Echtheit der 30 Sekunden langen Aufnahme. 

Rochshana war von ihrer Familie gegen ihren Willen mit einem Mann verheiratet worden, dann aber mit einem anderen Mann in ihrem Alter "durchgebrannt", wie Gouverneurin Dschojenda erklärte. Nach Angaben ihres Sprechers kam der Liebhaber mit einer Auspeitschung davon. 

Die Gouverneurin von Ghor, Seema Dschojenda, verurteilte die grausame Hinrichtung, die vor einer Woche vor Firoskoh, der Hauptstadt der zentralen Provinz Ghor, ausgeführt worden war. Die Region wird von den radikalislamischen Taliban kontrolliert. Diese hatten sich neben "örtlichen Religionsführer und verantwortungslosen bewaffneten Kriegsherren" daran beteiligt. Dschojenda, eine von nur zwei afghanischen Frauen auf Gouverneursposten, forderte ein Einschreiten Kabuls in der Region. "Das ist der erste Vorfall in dieser Gegend, aber es wird nicht der letzte sein", warnte die Politikerin.

Trotz Reformen seit dem Sturz der Taliban 2001 ist Gewalt gegen Frauen in der afghanischen Gesellschaft weit verbreitet. Im März war eine Frau mitten in Kabul verprügelt und dann angezündet worden, weil ihr fälschlicherweise vorgeworfen worden war, sie habe einen Koran verbrannt. In einem Video vom September aus Ghor ist eine vollständig verschleierte Frau zu sehen, die von einem alten Mann mit Turban vor zahlreichen Zuschauern ausgepeitscht wird. Sie soll außerehelichen Sex gehabt haben.

Unter der Taliban-Herrschaft von 1996 bis 2001 waren öffentliche Hinrichtungen und Auspeitschungen häufig. Die Aufständischen bezogen zu dem nun aufgetauchten Video zunächst keine Stellung.

afp

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