Sie wollten nach Großbritannien

Flüchtlinge überstehen stundenlange Fahrt in Kühllaster

Kempen - Im nordrhein-westfälischen Kempen sind zehn irakische Flüchtlinge, darunter fünf Kinder, entdeckt worden, die in der Hoffnung auf ein neues Leben in Großbritannien stundenlang in einem Kühllaster ausgeharrt hatten.

Wie die Kreispolizei Viersen am Sonntag mitteilte, hatten laut vorläufigen Ermittlungen unbekannte Schleuser die Iraker im Raum Paris in den Laderaum eines Kühltransporters geschmuggelt, ohne dass der schlafende portugiesische Fahrer dies bemerkte.

Die Fahrt des mit Obst beladenen Kühltransporters ging allerdings nicht wie von den Flüchtlingen erhofft nach Großbritannien, sondern zu einer Firma in Kempen. Bis sie dort am Samstagmorgen entdeckt wurden, dürften die Flüchtlinge etwa acht Stunden bei minus drei Grad im Laderaum des Transporters ausgeharrt haben, teilte die Polizei weiter mit. Demnach handelte es sich unter anderem um fünf Kinder im Alter zwischen acht Monaten und 15 Jahren in Begleitung ihrer Eltern. Die Flüchtlinge waren laut Polizei zwar durchgefroren, überstanden die Fahrt aber unbeschadet.

Ein allein reisender 21-jähriger Mann habe angegeben, dass die Schlepper ihn in Frankreich von seiner Frau und seinem Kind getrennt hätten. Nach den Erkenntnissen der Kriminalpolizei ist seine Familie in Frankreich beim versuchten Grenzübertritt nach Großbritannien ebenfalls entdeckt worden und in Sicherheit.

Die Flüchtlinge wollten ausdrücklich keinen Asylantrag in Deutschland stellen. Sie wurden zunächst in einer Notunterkunft in Kempen untergebracht und versorgt.

Ende August waren in Österreich in einem an der Autobahn abgestellten Kühlwagen die Leichen von 71 vermutlich syrischen Flüchtlingen gefunden worden.

AFP

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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