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Lufthansa hat „mit Sparen übertrieben“ – Mitarbeiter enthüllt: Chaos zeichnete sich schon lange ab

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Von: Anna Lorenz

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Ein Mitarbeiter erhebt schwere Vorwürfe gegen Lufthansa: Der Konzern soll seit Monaten mit dem momentanen Chaos im Flugverkehr gerechnet haben. Der Vorstand räumt Versäumnisse ein.

Berlin – Flughafen-Chaos, nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Während Österreich darüber debattiert, die Austrian Airlines mithilfe des Bundesheers wieder flott zu machen, sieht sich die deutsche Fluggesellschaft Lufthansa schwerwiegenden Anschuldigungen ausgesetzt. Ein Mitarbeiter offenbarte nun nämlich, dass die gegenwärtige Lage unternehmensintern bereits seit längerer Zeit vorhergesagt wurde, Lufthansa jedoch trotzdem an ihrem rabiaten Sparkurs festhielt.

Lufthansa: Probleme im Sommer-Fluggeschäft sehenden Auges hingenommen? Mitarbeiter spricht von „totalem Missmanagement“

„Ich glaube, das ist erst der Anfang, es wird noch schlimmer“, beurteilt ein Flugbegleiter im Gespräch mit Focus Online die Situation bei der deutschen Fluggesellschaft Lufthansa. „Der Kranich“, so der Mitarbeiter, sei „am Sinken“ –und das nicht erst seit gestern. Gegenwärtig würden nicht nur die Nerven der Passagiere stark in Mitleidenschaft gezogen, sondern auch das Board-Personal, das mit unsteten Flugplänen und Destinationen konfrontiert werde, leide psychisch und physisch.

Dass „keiner weiß, was am Ende des Tages mit ihm passiert, wo er landet“, so der Mitarbeiter, sei aber die sich bereits seit langer Zeit abzeichnende Konsequenz „totalen Missmanagements“ der Lufthansa. „Vor diesem Sommer wurde intern bereits seit einem Dreivierteljahr gewarnt. Lufthansa hatte die Mittel und hätte proaktiv handeln können, doch das hat die Führungsebene nicht getan.“

Lufthansa-Vorstand mit zögerlichem Eingeständnis – Schuld sei allerdings die Corona-Pandemie

Noch stehen diese Anschuldigungen kommentarlos im Raum – ein Schreiben des Vorstandsvorsitzenden der Lufthansa, Carsten Spohr, an die Belegschaft legt aber nahe, dass die Vorwürfe des Mitarbeiters nicht aus der Luft gegriffen sind. Spohr hatte darin erklärt, dass der Vorstand es „an der ein oder anderen Stelle“ mit seinem Sparkurs zu weit getrieben habe. Grund sei allerdings der immense finanzielle Verlust, den der Konzern im Zuge der Corona-Pandemie erlitten habe. Es sei „ganz offen gesagt“ die erste Pandemie gewesen, die die Führungsebene zu bewältigen gehabt habe. Inwieweit das gelungen ist, zeigt sich derweil an deutschen Flughäfen.

Die Passagiere müssen es beim Flughafen-Chaos aktuell ausbaden. (askl)

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