Flugzeugentführer aus dem Sudan: Keine Hilfe für kranke Passagiere

Khartum - In der entführten sudanesischen Maschine, die seit Dienstagabend auf einem Flughafen in Libyen steht, wird die Lage für die Passagiere immer dramatischer. Die libysche Nachrichtenagentur JANA berichtete am Mittwoch, der Pilot der Boeing 737 habe den Flughafenmitarbeitern in Al-Kafra über Funk berichtet, wegen der Hitze an Bord seien mehrere Fluggäste ohnmächtig geworden.

Die Entführer weigerten sich jedoch, sie freizulassen. Auch die Türen des Flugzeuges, das die Entführer auf einem Inlandsflug von der sudanesischen Unruheprovinz Darfur in die Hauptstadt Khartum in ihre Gewalt gebracht hatten, blieben verschlossen.

Der Flughafendirektor Chaled Sassija sagte der Agentur, die Entführer weigerten sich, mit den libyschen Behörden zu verhandeln. Sie wollten nur, dass ihr Flugzeug aufgetankt wird, damit sie nach Paris weiterfliegen können. Sie sollen von der Flughafenbehörde am Morgen auch Wasser und Nahrungsmittel gefordert haben.

Der Pilot der Maschine führte für die Entführer das Gespräch mit dem Flughafendirektor. Dieser erklärte anschließend, einer der Entführer habe versucht, selbst mit ihm zu sprechen. Das Arabisch des Mannes sei jedoch unverständlich gewesen.

In Darfur kämpfen seit 2003 Rebellenorganisationen gegen arabische Milizen und sudanesische Regierungstruppen. Dem Konflikt sind bereits mehr als mehr als 200 000 Menschen zum Opfer gefallen. Hunderttausende wurden vertrieben und starben auf der Flucht.

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