Nervenkrieg auf Zypern

Geisel machte im Flugzeug Schnappschuss mit Entführer

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Larnaka - Stundenlang hielt ein Flugzeugentführer auf Zypern mehrere Geiseln fest. Er drohte sogar, sich in die Luft zu sprengen. Ein Passagier war unbeeindruckt - und machte ein Foto mit seinem Entführer.

Ist es verrückt - oder absolut mutig? Stundenlang wurde Ben Innes aus dem britischen Leeds bei der Flugzeugentführung einer Egyptair-Maschine am Dienstag als Geisel gehalten. Dennoch behielt der Passagier die Nerven - und posierte mit dem Luftpiraten sogar für ein Selfie. 

Was war geschehen? Eigentlich sollte Flug MS181 am Dienstag von Alexandria nach Kairo fliegen, doch der Ägypter Seif al-Din M. hatte andere Pläne für den Flug. Unter Androhung, einen Sprengstoffgürtel zu zünden, brachte er den Piloten dazu, Kurs auf Larnaka auf Zypern zu nehmen. Zu diesem Zeitpunkt wusste noch niemand, dass es sich bei dem angeblichen Sprengstoffgürtel lediglich um eine Attrappe handelte. Das Flugzeug galt offiziell als entführt und landete auf der Mittelmeerinsel und es folgte ein stundenlanger Nervenkrieg. Obwohl Seif al-Din M. viele der Passagiere frei ließ, musste eine Handvoll Passagiere plus Besatzung mit dem Entführer in der Maschine ausharren. Darunter auch Ben Innes.

Egyptair-Flugzeug entführt und auf Zypern gelandet

Ob die Geiseln zu diesem Zeitpunkt schon ahnten, dass der Entführer nur eine Attrappe trug? Unklar. Fest steht: Der Brite ließ sich keine Angst einjagen, ließ sich mit dem Entführer sogar fotografieren - und schickte dieses Bild dann an seine Freunde im Vereinigten Königreich. "Du weißt, Dein Junge macht sich nicht in die Hose. Mach die Nachrichten an", schrieb er dazu. Nun gut, es wäre wohl besser gewesen, Ben Innes hätte versucht, dieses Bild eher der Polizei zukommen zu lassen als seinen Kumpels. Doch so hatten diese immerhin ein Lebenszeichen ihres Freundes.

Von The Sun darauf angesprochen, warum er das Foto machen ließ, antwortete der 26-Jährige nach seiner Freilassung: "Ich wollte herausfinden, ob seine Bombe echt ist. Zu verlieren hatte ich ja sowieso nichts mehr, also nutzte ich die Chance, einen genaueren Blick darauf zu werfen." So bat er eine Stewardess darum, dem Entführer seine Bitte um ein Selfie mit ihm zu übersetzen - und Seif al-Din M. ging darauf ein. "Also stellte ich mich neben ihn, lächelte in die Kamera und die Stewardess drückte ab. Das beste Selfie meines Lebens."

Zum Glück für alle Passagiere endete die Entführung unblutig. Seif al-Din M. ergab sich nach sechs Stunden, nachdem er kurz zuvor auch seine letzten Geiseln freigelassen hatte - unter ihnen: Ben Innes.

mes

Rubriklistenbild: © Screenshot Twitter

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