Flugzeugentführung im Sudan - mehr als 90 Menschen an Bord

Khartum/Dubai - Rebellen aus der südsudanesischen Krisenprovinz Darfur haben am Dienstag ein Flugzeug mit mehr als 90 Menschen an Bord nach Libyen entführt.

Wie der arabische Nachrichtensenders Al Dschasira berichtete, brachten zehn Mitglieder einer Splittergruppe der Sudanesischen Befreiungsarmee (SLA) die Maschine auf einem Inlandsflug von der Stadt Njala in die Hauptstadt Khartum in ihre Gewalt. Die Gruppe habe vom Piloten verlangt, nach Frankreich zu fliegen, hieß es. Zum Auftanken sei das Flugzeug dann zunächst auf dem Flughafen Al-Kafra in Libyen gelandet.

Die Entführer weigerten sich, mit libyschen Stellen zu verhandeln, verlautete aus Behördenkreisen in Tripolis. Sie verlangten lediglich, dass die Maschine aufgetankt werde und das Land verlassen könne, hieß es in der Nacht zum Mittwoch. Die Entführer gehören den Angaben zufolge zur Gruppe von Abdel Wahid Nur. Der Rebellenführer selbst widersprach im arabischen Sender Al Dschasira jedoch diesen Angaben.

Unter den Passagieren sollen nach inoffiziellen Angaben mindestens drei Lokalpolitiker aus Darfur sein. Die Stadt Njala, von wo aus das Flugzeug gestartet war, liegt in dem südsudanesischen Krisengebiet, in dem sich afrikanische Rebellengruppen und arabische Milizen seit Jahren blutige Kämpfe liefern. Wenige Stunden vor der Entführung hatte es bei einem Gefecht in dem Flüchtlingslager Kalma Dutzende von Toten gegeben.

Laut Al-Arabija waren 87 Passagiere und acht Besatzungsmitglieder an Bord der Maschine. Von den libyschen Behörden hieß es, man habe dem Flugzeug der sudanesischen Fluggesellschaft Sun Air aus humanitären Gründung die Landung in Al-Kafra gestattet.

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