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Studie zu Hochwasserkatastrophe: Klimawandel verursachte Juli-Flut in Deutschland - es könnte erneut auftreten

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Von: Sophie Waldner

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Die Flutkatastrophe im Juli hat vielen Menschen das Leben gekostet. Forscher fanden nun heraus, dass das Hochwasser auf den Klimawandel zurückzuführen ist. Was bedeutet das für die Zukunft?

Offenbach – Mitte Juli verloren viele Menschen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen ihr Hab und Gut – 180 Menschen verloren ihr Leben. Der Grund waren die verheerenden Überschwemmungen. Laut einer internationalen Studie bleiben solche Extremwettersituationen auch in Zukunft in aus.

In der Analyse stellten die Wissenschaftler fest, dass solche Hochwasser in Deutschland, aufgrund von extremen Regenfällen, mit höher Wahrscheinlichkeit erneut auftreten können. Die Studie wurde in Zusammenarbeit der World Weather Attribution mit dem Deutschen Wetterdienst (DWD) durchgeführt.

Hochwasser-Studie gibt Aufschluss über Juli-Flut

„Zum einen haben wir gelernt, dass es ein sehr seltenes Ereignis war“, so Frank Kreienkamp, der Leiter des Regionalen Klimabüros beim DWD in Potsdam. Dennoch ist nicht auszuschließen, dass der Klimawandel eine große Rolle bei den Überschwemmungen im Juli gespielt hat: „Wir sehen ganz klar, dass der Klimawandel die Eintrittswahrscheinlichkeit deutlich erhöht hat und dass er die Intensität erhöht hat“, so Kreienkamp weiter.

Die Studie zeigt auch klar auf, dass sich die Niederschlagsmenge insgesamt um zwischen drei und 19 Prozent erhöht hat – Grund dafür ist der Klimawandel. Das aktuelle Klima begünstigt die Wahrscheinlichkeit, dass solche Starkregenereignisse erneut auftreten werden. Wie die Forscher herausfanden, erhöhte sich der Faktor der Eintrittswahrscheinlichkeit zwischen 1,2 und 9. Darin zeigt sich, dass extreme Wetterbedingungen, aufgrund des Klimawandels, zu erwarten sind.

Studie zeigt auf: Klimawandel beeinflusst Extremwetter

Für die Studie verglichen die Wissenschaftler die Auswirkungen des heutigen Klimas mit dem Ende des 19. Jahrhunderts – denn damals betrug die globale Durchschnittstemperatur 1,2 Grad weniger. Mithilfe von statistischen Analysen und Computersimulationen konnte das Team um die 39 Forschenden aus Europa, Großbritannien und den USA, neue Erkenntnisse gewinnen. Diese Ergebnisse sind auch für die künftige Wettervorhersage von Bedeutung.

„Mir hilft das sehr, indem ich bei künftigen Unwetterwarnungen immer noch stärker diese Verbindung zwischen Klimawandel, Wettervorhersage und Wetterereignis herstellen kann“, so der ARD-Wetter- und Klimaexperte Sven Plöger. „Und zwar ohne die Leute wahnsinnig zu erschrecken oder in Panik zu versetzen, aber zu informieren“, Plöger weiter. „Das sind ganz wichtige Ergebnisse, weil sie uns eben zeigen, dass es tatsächlich einen Einfluss des Klimawandels auf dieses Ereignis gegeben hat. Das war zunächst eine Vermutung, und jetzt lässt sie sich in Zahlen belegen“, fügt der Wetter- und Klimaexperte hinzu. (swa)

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