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Ein Fahndungsbild vom Bundeskriminalamt (BKA) zeigt das mutmassliche Mitglied der terroristischen Vereinigung "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU), Uwe Mundlos (Foto aus dem Jahr 2009)

"Für treue Dienste" bei der Bundeswehr

Neonazi Mundlos erhielt Dankurkunde 

München - Obwohl seine rechtsradikale Gesinnung bereits bekannt war, hat die Bundeswehr laut „Focus“ den Neonazi und späteren NSU-Terroristen Uwe Mundlos mit „Dank und Anerkennung für die geleisteten treuen Dienste“ entlassen.

Wie das Magazin berichtet, erhielt Mundlos zum Ende seiner Grundwehrzeit 1995 im thüringischen Bad Frankenhausen die übliche Dankurkunde, obwohl seine Vorgesetzten ihn als Verfassungsfeind eingestuft hatten. Mundlos bildete später mit Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe die Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU), die für zehn Morde verantwortlich sein soll.

Panzergrenadier Mundlos sei schon bald nach Dienstantritt auffällig geworden. Während eines Ausgangs habe ihn die Polizei im August 1994 in Chemnitz festgenommen. Laut „Focus“ hatte er Visitenkarten mit seinem Namen und dem Foto von Adolf Hitler bei sich. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung in Jena hätten Fahnder NPD-Flugblätter sowie Kassetten mit Neonazi-Musik sichergestellt.

Den Bundeswehr-Verantwortlichen sei die Brisanz des Vorfalls bewusst gewesen: Er zeige, dass Mundlos „von seiner Grundeinstellung her nicht für die freiheitlich demokratische Grundordnung einsteht“, zitiert das Magazin aus einem internen Protokoll. Ein offizielles Verfahren sei aber nicht eingeleitet worden. Mundlos habe sieben Tage Disziplinararrest erhalten. Auch danach sei er noch mehrfach als Rechtsextremist in Erscheinung getreten und vom Militärischen Abschirmdienst (MAD) verhört worden. In seinem Dienstzeugnis findet sich laut FOCUS jedoch nur Lob: Als „Richtschütze und Gehilfe des Kompanietruppführers“ habe er „gute Leistungen gezeigt“.

dpa

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