Liebessuche auf Twitter und YouTube

Forscher geben Kontaktanzeige für ganz besondere Schnecke auf

Die Schnecke Jeremy würde sich gerne paaren, aber wegen einer biologischen Besonderheit findet sie keine Partnerin. Britische Forscher kamen auf eine ungewöhnliche Idee. 

Eine Kontaktanzeige für eine Schnecke mit linksgedrehtem Schneckenhaus haben Wissenschaftler der englischen Universität Nottingham aufgegeben. Die Suche nach einer Partnerin für Jeremy gestalte sich allerdings äußerst schwierig, sagte der Leiter der Forschungsgrupppe, Angus Davison, am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. Schließlich hat nur eine von einer Million Schnecken ein nach links gedrehtes Schneckenhaus.

Jeremy kann sich aber nicht einfach mit einer normalen Schnecke paaren, weil nicht nur sein Schneckenhaus ungewöhnlich ist. Auch seine Geschlechtsorgane liegen untypischerweise auf der linken und nicht auf der rechten Körperseite, so dass Jeremy sich nicht zwecks Fortpflanzung mit einer normalen Schnecke vereinigen kann.

Davison und seine Kollegen suchten also für Jeremy nach einer Partnerin - oder nach einem Partner, denn Schnecken wie Jeremy sind Zwitter. Dazu richteten die Wissenschaftler eigens ein Konto beim Kurzbotschaftendienst Twitter unter @leftysnail (linke Schnecke) ein.

Auch mit einem YouTube-Video suchte man nach einer passenden Partnerin für Jeremy. 

Die Suche hatte schließlich Erfolg: Jeremy wurde mit zwei weiteren links ausgerichteten Schnecken zusammengebracht: Lefty aus dem ostenglischen Ipswich und Tomeau aus Mallorca. Doch statt seine Chance zu ergreifen, wohnte Jeremy aber lediglich dem Liebesspiel seiner beiden Artgenossen bei, wie der britische Telegraph berichtete. Deren Nachkommen wiederum hatten leider alle rechtsgedrehte Schneckenhäuser.

Das Gen für rechtsgedrehte Schneckenhäuser ist dominant. Statistisch gesehen müssten Lefty und Tomeau also zahlreiche Generationen Nachkommen zeugen, bis eine Schnecke mit linksgedrehtem Haus dabei herauskomme, sagte Davison. Daher suche er nun nach weiteren linksausgerichteten Schnecken.

Davison und seine Kollegen erforschen Jeremy im Rahmen eines Forschungsprojekts zu biologischen Asymmetrien, von denen auch Menschen betroffen sein können.

afp

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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