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Zeichen des Klimawandels: Die Gletscher schmelzen so schnell wie nie zuvor.

Emotionen statt Zahlen

"Angst und Wut": Forscher über den Klimawandel

Melbourne - Sie kennen die Fakten zum Klimawandel, aber Forscher sind auch Menschen und haben Gefühle. Welche das sind, will ein Student von ihnen wissen. Die Antworten sind überraschend und regen zum Nachdenken an.

"Ich fühle einen Strudel von Emotionen. Ich ärgere mich, dass niemand zuhört." Mit diesen Worten beginnt der bewegende Brief von Professor Anthony J. Richardson. Der Klimawandel-Ökologe ist Teil eines Projekts, das Wissenschaftler anregt, über ihre Gefühle zum Klimawandel zu schreiben. "Is this how you feel?", zu Deutsch "So fühlen Sie sich?", lautet die Frage, die Initiator Joe Duggan den Forscher stellt. "Was folgt, sind die Worte von echten Wissenschaftlern, die den Klimawandel verstehen", erklärt die Webseite "Is This How You Feel", auf der der Student der Kommunikationswissenschaft die Briefe veröffentlicht. Um die Gedanken der Wissenschaftler besonders authentisch darzustellen, werden die Briefe in Handschrift gezeigt.

Viele der Befragten zeigen deutlich ihre Wut und Frustration über die Gleichgültigkeit der Bevölkerung, die keine Bereitschaft zeigt, etwas gegen den Klimawandel zu tun. Manche fühlen sich aber auch ohnmächtig gegenüber der gewaltigen Herausforderung, den Klimawandel einzudämmen. So schreibt Dr. Ailie Gallant von der Monach University: "Ich hasse es, mich hilflos zu fühlen. Ich schäme mich zuzugeben, dass meine Frustration manchmal zu Apathie führt." 

Duggan will mit seinem Projekt erreichen, dass Wissenschaftler nicht immer nur in Zahlen und Fachbegriffen sprechen, sondern ihre echten Gefühle zeigen. "Sie sind keine Roboter", so Duggan. "Diese Forscher sind Mütter, Väter, Großeltern, Töchter. Es sind echte Menschen, und sie sind besorgt." 

Bekehren möchte der Student nach eigener Aussage niemanden. "Ich versuche den Leuten, die keine Meinung haben, zu zeigen, dass der Klimawandel auch sie betrifft."

sb

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