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Roger Ailes hat seinen Posten aufgegeben.

Moderatorin sexuell belästigt?

Sex-Skandal: Fox-News-Chef Roger Ailes tritt zurück

New York - Der wegen eines Sex-Skandals in Bedrängnis geratene Chef des konservativen US-Fernsehsenders Fox News, Roger Ailes, ist zurückgetreten.

Der 76-Jährige gebe seine Funktion mit sofortiger Wirkung ab, erklärte das Unternehmen am Donnerstag. Der Verwaltungsratschef des Mutterkonzerns 21st Century Fox, Rupert Murdoch, werde Ailes' Posten übernehmen.

Ailes war vor zwei Wochen von der populären Fox-News-Moderatorin Gretchen Carlson verklagt worden. Sie warf ihm sexuelle Belästigung vor und beschuldigte ihn, sie entlassen zu haben, weil sie seine Annäherungsversuche zurückgewiesen habe. Nach Bekanntwerden der Klage sollen auch anderer Mitarbeiterinnen des Senders Ailes laut Medienberichten sexuelle Belästigung vorgeworfen haben, unter ihnen die bekannte Moderatorin Megyn Kelly.

Ailes, der Berater der republikanischen US-Präsidenten Richard Nixon, Ronald Reagan und George Bush war, stand seit der Gründung des Senders an der Spitze von Fox News und ist ein langjähriger Vertrauter des 85-jährigen Medienmoguls Murdoch. Dieser dankte ihm für seine "brillante" Arbeit beim Aufbau des inzwischen erfolgreichsten US-Nachrichtensenders.

"Roger Ailes hat einen erheblichen Beitrag für unser Unternehmen und unser Land geleistet", hieß es in der Erklärung weiter. Gemeinsam mit Ailes habe er einen Sender geschaffen, der sich deutlich von dem "selbstsüchtigen Elitedenken" der meisten anderen Medien absetze, erklärte Murdoch. Er kündigte an, er werde dafür sorgen, dass Fox News weiterhin "eine unverkennbare und starke Stimme" bleibe.

Ailes und Murdoch hatten den Sender vor zwei Jahrzehnten zusammen hochgezogen

Sie haben den Sender zu einem Forum für dezidiert konservative Meinungen gemacht. Sie wollten damit ein gezieltes Kontrastprogramm zu den Sendern CNN und MSNBC machen, denen sie vorhielten, linksliberal zu sein.

Nach Angaben von 21st Century Fox wird Murdoch Vorsitzender des Verwaltungsrats und für das Alltagsgeschäft zuständiger Chef von Fox News Channel und Fox Business Network. Erst im vergangenen Jahr hatte der 85-Jährige die Verantwortung für das Tagesgeschäft seines Medienimperiums an seine Söhne Lachlan und James Murdoch übertragen.

Während die Erklärung von 21st Century Fox mit keinem Wort auf die Klage gegen Ailes eingeht, reagierten Murdochs Söhne in ihrer Reaktion zumindest zwischen den Zeilen auf die Vorwürfe gegen den 76-Jährigen. Sie erklärten, sie wollten sich weiterhin für ein "Arbeitsumfeld auf der Grundlage von Vertrauen und Respekt" einsetzen: "Wir nehmen unsere Verantwortung sehr ernst, diese traditionellen, langjährigen Werte in unserem Unternehmen hochzuhalten."

Der Einfluss von Roger Ailes ging weit über das Tagesgeschäft von Fox News hinaus. Nach Einschätzung des Politikwissenschaftlers David Greenberg trug der 76-Jährige wie kaum ein anderer zur Entwicklung des modernen Konservatismus bei.

Er habe die Macht des Fernsehens eingesetzt, um "Gefühle der Verbitterung und Feindseligkeit in eine Ideologie des kulturellen Populismus umzuwandeln, die liberale Eliten dämonisiert", schrieb Greenberg in einem Essay für das Magazin "Politico". Damit habe Ailes die Methode und Botschaft aufgezeigt, "die es konservativen Politikern über Jahrzehnte ermöglichte, ihre Macht zu erhalten."

AFP

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