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Frachter rammte Brücke über Großen Belt

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- Kopenhagen - Nach menschlichem Versagen an Land und auf See hat ein 3500-Tonnen-Schiff die Brückenverbindung über den Großen Belt in Dänemark frontal gerammt. Wie die Rettungszentrale in Arhus am Freitag mitteilte, wurde der kroatische Steuermann des 88 Meter langen Containerschiffs "Karen Danielsen" erst zwölf Stunden nach dem Unglück leblos im Frachtraum gefunden. Er war beim Aufprall des Schiffes auf die 18 Meter hohe Westbrücke der insgesamt 20 Kilometer langen Belt-Querung aus dem komplett abgerissenen Steuerraum herausgeschleudert worden und hatte zunächst als vermisst gegolten.

Der Frachter war am Donnerstagabend auf dem Weg von Svendborg nach Finnland. Statt den normalen Kurs in Richtung Ostsee zu nehmen, fuhr die auf den Bahamas registrierte "Karen Danielsen" aber in Richtung Norden auf die niedrige und für Schiffspassagen gesperrte Westbrücke zu. Der kurz zuvor von Bord gegangene Lotse Søren Munk sagte im Rundfunk: "Der Steuermann muss akut krank geworden oder eingeschlafen sein." Entgegen den Vorschriften war er allein auf der Brücke.

Die Rettungszentrale in rhus räumte ein, dass die zur Verhinderung von Irrfahrten mit einem speziellen Radarsystem ausgerüstete Kontrollstation in Korsør versagt habe. Die mit drei Mann besetzte Station hätte bei Befolgung der Vorschriften zehn Minuten Zeit gehabt, die "Karen Danielsen" vor dem auf den Radarschirmen zu erkennenden Kurs zu warnen. "Es hat leider bis zum Unglück keinen Funkkontakt gegeben", sagte ein Sprecher der Rettungszentrale.
Der Kapitän erlitt schwere und drei weitere Mitglieder der durchweg kroatischen Besatzung leichte Verletzungen. Die 1998 eingeweihte Brücke über das innerdänische Gewässer zwischen den Inseln Fünen und Seeland erhielt durch den Aufprall ein fünf Meter großes Loch im Beton, blieb aber völlig stabil. Sie konnte knapp fünf Stunden nach dem Unglück für den Verkehr wieder freigegeben werden. 

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