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Am Frankfurter Flughafen läuft am Dienstagmorgen der Betrieb wieder an. Zuvor wurden für dreieinhalb Stunden alle Flüge abgesagt.

Frankfurter Flughafen nimmt Betrieb wieder auf

Berlin/Frankfurt/Main - Heftige Schneefälle führten am Dienstagmorgen zur Sperrung des Frankfurter Flughafens. Inzwischen ist er wieder geöffnet. Auch auf Straßen und Schienen kommt es weiterhin zu Behinderungen.

Mit heftigen Schneefällen und kräftigen Minus-Graden hat das winterliche Wetter Straßen, Schienen und Luftverkehr auch am Dienstag weiter fest im Griff. Der Flughafen Frankfurt musste am frühen Morgen wegen neuer Schneefälle gesperrt werden, konnte aber nach dreieinhalb Stunden Stillstand am Vormittag seinen Betrieb wieder aufnehmen. Zunächst wurde jedoch nur eine der drei Bahnen freigegeben. Für den Tag werden weiter erhebliche Behinderungen und Flugausfälle erwartet. Bei der Bahn gab es einen schweren Unfall mit zwei Todesfällen.

Über 30 Langstreckenflüge nach München umgeleitet

31 Langstreckenflüge sind nach München umgeleitet worden. Betroffen sind davon rund 10.000 Passagiere, wie ein Sprecher des Münchner Flughafens sagte. Die Flugzeuge kamen unter anderem aus Boston, Dubai, Johannesburg und Singapur. Ein Teil der Passagiere sei in der Flughafenhalle untergebracht worden, der Rest habe sich bis zum Weiterflug in den Maschinen aufgehalten. Die Entscheidung darüber treffe jede Fluggesellschaft selbstständig, betonte der Sprecher.

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Einige Fluggäste hingegen hätten ihr Ziel wesentlich früher erreicht, denn diese hätten über Frankfurt am Main nach München fliegen sollen. Der Sprecher rechnete damit, dass die ersten Maschinen am Vormittag nach Frankfurt weiterfliegen konnten. Wegen der wetterbedingten Behinderungen an anderen deutschen und europäischen Flughäfen wurden zudem 50 Flüge von München nach Frankfurt am Main, London, Brüssel, Amsterdam und Norditalien annulliert. Eine Landebahn des Münchner Flughafens sei am Morgen für 15 Minuten geschlossen worden, sagte der Sprecher. Auf der Landebahn sei es glatt geworden. Deswegen habe die Bahn mit einem Sprühfahrzeug enteist werden müssen.

Behinderungen auf Straßen und Schienen

Auf der Strecke Köln-Mülheim hatte eine Regionalbahn eine Gruppe von Gleisarbeitern während der Räumarbeiten erfasst. Ein 40-Jähriger und ein 41 Jahre alter Mann kamen dabei ums Leben. Wie es zu dem Unglück kam, war zunächst unklar. Im Schienenverkehr gab es am Morgen keine gravierenden Störungen. Bis auf “einzelne Ausrutscher“ sei der Bahnverkehr stabil mit witterungsbedingten kleineren Verspätungen, sagte ein Sprecher in Frankfurt.

Behinderungen im Straßenverkehr verursachte der Schnee vor allem in Hessen und im Rhein-Main-Gebiet. In Brandenburg und Nordrhein- Westfalen hatte sich die Lage etwas entspannt. Die Polizei in Brandenburg registrierte trotz teilweise glatter Straßen deutlich weniger Unfälle als noch am Montagmorgen. Im Tagesverlauf soll es laut Deutschem Wetterdienst allerdings wieder schneien.

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In Südhessen und im Rhein-Main-Gebiet haben erneute Schneefälle wieder für Probleme auf den Straßen gesorgt. Auf der A5 war bei Zeppelinheim ein Lastwagen umgestürzt. Ein mit Autos beladener Sattelzug blockierte bei Seeheim-Jugenheim die rechte Spur Richtung Norden. Weitgehend verschont vom Winterchaos blieb Bayern. Außer einigen Regionen in Unterfranken blieb dort das Schneechaos aus. Bei trockenem Wetter um den Gefrierpunkt ist auch die Situation am Münchner Flughafen weitgehend normal.

Behinderungen in Frankreich

Die wetterbedingten Behinderungen im französischen Zug- und Bahnverkehr hielten trotz regionaler Entspannung auch am Dienstag an. Viele Flüge vor allem im Pariser Großraum starteten weiter mit Verspätungen, berichtete der Rundfunksender Europe 1. Dort hatten nach erheblichen Schneefällen am Vortag mehr als 3000 Reisende auf dem Großflughafen Charles de Gaulle festgesessen. Für den weiteren Verlauf des Tages wurde aber mit einer Entspannung der Lage gerechnet. In Marseille sorgte ein Streik des Flughafenpersonals für zusätzliche Beeinträchtigungen bei der Abfertigung des Luftverkehrs. Die französische Fluggesellschaft Air France bezifferte die Kosten durch die schneebedingten Ausfälle im Dezember allein für den Pariser Großraum auf 25 bis 35 Millionen Euro.

Auch die Schweiz kämpft mit Eis und Schnee

In der Schweiz ist der Schnee zwar vielerorts weitgehend weggeschmolzen, Zug- und Flugausfälle haben am Dienstag aber weiter den Verkehr behindert. So war die Bahnstrecke zwischen Basel und Paris wegen Schneefalls in Frankreich nur eingeschränkt befahrbar. Die Schweizer Bahn (SBB) rief die Reisenden auf, mehr Zeit einzukalkulieren. Auf dem Schweizer Bahnnetz gab es hingegen keine Störungen, wie SBB-Sprecher Reto Kormann am Dienstagmorgen.

Das seit Montag herrschende Tauwetter habe das Eis in den Weichen schmelzen lassen. Alle Züge verkehrten nach Fahrplan. Auch der Flughafen in Zürich war zwar schneefrei, das Schneechaos in anderen Teilen Europas brachte die Flugpläne aber weiter durcheinander. Am Dienstagmorgen wurden 15 Starts und 17 Landungen annulliert. Schwierig war die Lage vor allem in Brüssel und Frankfurt, wie Sonja Zöchling, Pressesprecherin des Flughafens Zürich, sagte. Vier Ausweichflugzeuge mit rund 1.000 Passagieren von Frankfurt seien in Zürich gelandet. Damit hat Zürich keinen Platz für weitere Ausweichflugzeuge.

Der EuroAirport in Basel-Mülhausen hatte am Dienstag wegen des sehr milden Wetters eine schneefreie Piste. Probleme gab es aber an zahlreichen Herkunfts- und Zielorten in Europa, namentlich in Amsterdam, Brüssel, Frankfurt und London-Heathrow. Sieben Flüge mussten deshalb am Dienstag ausfallen. In Genf-Cointrin wurden fünf Abflüge nach London und Frankfurt und ebenso viele Landungen annulliert.

Behinderungen in Großbritannien

Das Winterchaos in Großbritannien hat einen weiteren Tag in Folge massive Behinderungen im Flug- und Bahnverkehr mit sich gebracht. Am Dienstag mussten mehrere Hundert Reisende auf dem Londoner Flughafen Heathrow ausharren. Vor den Terminals bildeten sich Trauben von Menschen, die die Anzeigetafeln verzweifelt nach Informationen über ihre Flüge absuchten.

Zwar war der erwartete nächtliche Schneefall ausgeblieben, was die Fortsetzung der Aufräumarbeiten erleichterte, dennoch sollten vermutlich mehr als die Hälfte der Flüge in Europas größtem Drehkreuz gestrichen werden. Bei einigen Passagieren machte sich Verzweiflung breit. “Das ist jämmerlich. Ich bin seit zwei Wochen hier“, sagte die 29-jährige Janice Phillips, die zusammen mit ihrem Freund auf ihren Rückflug nach Minneapolis wartet. “Das Krisenmanagement der Regierung könnte besser sein“, bemängelte sie.

Auch die massiven Behinderungen auf der Bahnstrecke des Eurostars, der England mit dem europäischen Festland verbindet, hielten weiter an. Vor dem Eurostar-Terminal im Londoner Bahnhof St. Pancras bildeten sich lange Schlangen von Reisenden.

dpa/dapd

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