Messerstecher von Grafing: Das Urteil ist gefallen

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Video zeigt Zustände im Bahnhofsviertel

Frankfurter Sicherheitsdienst: Raucher verjagt - Dealer verschont

Frankfurt - Das Bahnhofsviertel in der Main-Metropole ist schon lange verschrien: Dealer verkaufen hier ihre Drogen und die Junkies konsumieren sie meist noch an Ort und Stelle. Auch die Sicherheitsleute gehen dem lieber aus dem Weg, wie ein Video zeigt.

Anarchische Zustände herrschen am Frankfurter Hauptbahnhof. Besonders auf der sogenannten B-Ebene wird fröhlich mit Drogen gedealt und Stoff konsumiert. Ursprünglich war dieser Bereich als Verteilungsebene gedacht, von der aus Reisende schnell zu den U- und S-Bahnen gelangen können. Doch mit seinen vielen Gängen und Treppen bietet die Anlage auch Drogendealern eine idealen Ort, um ihre Ware zu verteilen. Und die Sicherheitsbeamten der Bahn stehen dem Problem oft hilflos gegenüber, wie ein Video des Nachrichtenportals Rhein-Main Extra Tipp zeigt:

Mitten auf der Treppe zur Oberfläche wird hier mit illegalen Substanzen gehandelt, werden Drogen konsumiert und Zigaretten geraucht. Nun wirken die ersten beiden Delikte natürlich wesentlich schlimmer als das Rauchen - doch scheinbar nicht für zwei Sicherheitsmitarbeiter der Bahn: denn statt sich die Dealer zur Brust zu nehmen, verscheuchen sie lieber den Raucher und machen dann auf dem Absatz kehrt, um sich anderen Problemen zu widmen.

Polizei sagt Dealern den Kampf an

Die Polizei will nun aber die Daumenschrauben anziehen und den Drogenhandel im Bahnhofsviertel stärker bekämpfen. Tägliche Kontrollen, mehr Überwachungskameras und Strafverfolgung, auch bei geringen Drogen-Mengen, sollen Abhilfe schaffen. Laut dem jüngsten Bericht aus der Frankfurter Allgemeinen setzt Polizeipräsident Gerhard Bereswill zudem seine Hoffnungen auf eine stärkere Beteiligung der Staatsanwaltschaft und der Deutschen Bahn. 

Besonders in der Strafverfolgung müsse sich einiges ändern: Weil viele Delikte nicht weiter verfolgt würden, wenn der Delinquent nur eine geringe Menge an Drogen dabei hat, würden sich viele Dealer ein Depot mit ihrem Stoff anlegen. Bei der Festnahme hätten sie so meist nur Kleinstmengen in der Tasche. Doch das soll sich jetzt ändern: In Zukunft soll auch dann ermittelt werden, wenn der Drogenverkäufer nur wenig dabei hat.

Von der Bahn wünscht sich der Polizeipräsident derweil eine bessere Videoüberwachung. Wegen den vielen Winkeln, Treppen und Gängen auf der B-Ebene, ist die Situation vor Ort meist unübersichtlich. Und der Umbau des Hauptbahnhofs ist erst für 2018 geplant. Bis dahin sollen weitere Kameras die Überwachung gewährleisten. Zudem sollen dunkle Ecken zugestellt und verkleidet werden. Doch wenn man sich das Video der beiden Sicherheitsbeamten ansieht, dann wäre etwas mehr Engagement auch wünschenswert.

Patrick Steinke

Rubriklistenbild: © Screenshot/Extra Tipp

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