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Frankreich erlebt historische Dürre: „Eine absolute Katastrophe“ - Die Loire ist völlig ausgetrocknet

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Von: Naima Wolfsperger

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Frankreich erlebt eine historische Dürre. Die Grundwasserstände sind niedrig, Flüsse teils ausgetrocknet und in vielen Teilen des Landes schwelen Feuer.

Paris - Frankreich erlebt eine katastrophale Dürre. Trockenheit und Hitze belasten nicht nur die Menschen. Die Folgen für die Landwirtschaft und die Wasserversorgung sind verheerend. In vielen Flüssen Europas fließt aktuell wenig Wasser. Frankreich ist besonders schwer betroffen. Es sei „die schlimmste Trockenheit, die in unserem Land jemals verzeichnet wurde“, so Premierministerin Élisabeth Borne. Sie richtete einen Krisenstab ein und rief zum Wassersparen auf. In einem Dorf wurde den Bürgern sogar das Zähneputzen verboten.

In Frankreich jagt bereits die dritte Hitzewelle durch die anhaltende Dürre. Auch in Deutschland herrscht aktuell Hitze und Trockenheit. Doch in Frankreich fiel im Juli ganze 84 Prozent weniger Regen, als normal. Fast im ganzen Land sind die Grundwasserstände niedrig. In 60 von 96 Departements ist die Krisenstufe ausgerufen. Mancherorts müssen die Menschen über Laster mit Trinkwasser versorgt werden. Die Schäden für die Landwirtschaft sind verheerend, berichtet agrarheute.com. Staubige und rissige Böden, ausgetrocknete Flüsse - nur anspruchslose Pflanzen können unter diesen Umständen wachsen.

Historische Dürre in Frankreich: Die Loire ist völlig ausgetrocknet

Ein Twitter-Nutzer verkündet seine Verzweiflung über die Trockenheit auf der Kurznachrichtenplattform. Er teilt das Bild eines fast ausgetrockneten Flusses: Die Loire ist mit 1008 km Länge und 117.000 km² Einzugsgebiet der größte Fluss Frankreichs. Knöcheltief reicht das Wasser abschnittsweise. Kaum etwas weist darauf hin, dass dort ein reißender Strom fließen sollte, in Loireauxsance, rund 55 Kilometer östlich von Nantes und mehr als 100 Kilometer von Saint-Nazaire, wo die Loire in den Atlantik mündet. Einzig das trockene, braune aufgerissene Flussbett deutet darauf hin. Eine Hauptverkehrsader der französischen Tourismus-Schifffahrt liegt damit brach. Ebenso betroffen sind reihenweise touristisch Ziele an ihren Ufern. Aktuell fährt kein Schiff mehr auf der Loire, die bis Nantes schiffbar ist. Die Folgen für Mensch, Wirtschaft und Natur sind nicht absehbar.

„A complete desasater“ - „eine absolute Katastrophe“ schreibt ein weiterer Nutzer in die Kommentare. Wenige Wochen zuvor sei noch Wasser im Flußbett gewesen, schreibt ein anderer Nutzer. Auch in Deutschland sei die Dürre nicht zu übersehen, schreibt eine weitere Nutzerin und teilt ein Bild aus dem ausgetrockneten Flussbett des Rhein.

Ein trockener Teil des Loire-Flussbetts ist in Westfrankreich zu sehen.
Dürre: Ein trockener Teil des Loire-Flussbetts ist in Westfrankreich zu sehen. © Sebastien Salom-Gomis/picture alliance/dpa/AFP

Was sich hier auffächert, ist ein weiterer Höhepunkt in der historischen Dürre, die Frankreich in den Sommermonaten 2022 belastet. Erst am Mittwoch ist der seit Wochen schwelende Waldbrand nahe Bordeaux erneut aufgeflammt. Das Feuer breitet sich rasant aus. Tausende Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Auch in weiteren Teilen des Landes lodern noch Feuer. In Italien wurde am Gardasee derweil der „Wasserkrieg“ ausgerufen.

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