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Orca verirrt sich in die Seine: Forscher in Sorge – Gelingt die Rettung mit einem besonderen Trick?

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Von: Christoph Gschoßmann

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Ein Orca: Normalerweise schwimmen sie ausschließlich im Meer (Symbolbild)
Ein Orca: Normalerweise schwimmen sie ausschließlich im Meer (Symbolbild) © Will Mcenery/Cornwall Wildlife Trust/PA Media/dpa

Seit Wochen schwimmt ein Orca in der Seine in Frankreich. Das verirrte Tier soll nun mit einer besonderen Methode wieder zum Meer gebracht werden.

Rouen/München - Wie bringt man den Orca aus der Seine zurück ins Meer? In dem Fluss in Frankreich hat sich seit Wochen ein Schwertwal verirrt. Nun soll es mithilfe einer bestimmten Technik gelingen, ihn zurück ins Meer zu leiten: Mit Walgeräuschen.

Eine Gruppe unter anderem aus Wissenschaftlern, Polizei und Feuerwehr startete den Einsatz am Wochenende in der Nähe der nordfranzösischen Küste, wie die zuständige Präfektur Seine-Maritime mit Sitz in Rouen mitteilte. Ob die Aktion erfolgreich sein wird, war zunächst unklar. „Das ist experimentell“, sagte die Bioakustik-Forscherin Charlotte Curé. „Wir sind überhaupt nicht sicher, dass das funktionieren wird, aber es lohnt, es zu versuchen.“

Orca schwimmt bis zu 60 Kilometer flussaufwärts in der Seine

Der Forschungsgruppe Meeressäuger (GEEC) zufolge wurde der Wal erstmals Anfang April von der Besatzung eines Trawlers etwa 30 Kilometer vor der normannischen Küste gesichtet. Die Videoaufnahmen seien eindeutig. Es gebe keinen Zweifel daran, dass es sich um einen Orca handle. Seitdem wurde der Orca immer wieder entlang der Küste, in der Seine-Mündung sowie selbst rund 60 Kilometer flussaufwärts in der Seine bei Yainville entdeckt, nur wenige Kilometer vor Rouen. Bis zur Hauptstadt Paris hätte der Orca damit schon etwa ein Viertel des Weges zurückgelegt.

Der Orca ist weit von zuhause weg: Üblicherweise seien Orcas eher vor den Küsten Schottlands, Islands und Norwegens zu Hause sowie weiter südlich im Atlantischen Ozean im Golf von Biskaya, erklärte ein GEEC-Experte. Doch statt sich Richtung Meer zu bewegen, schwimme der Orca immer hin und her, hieß es von der Präfektur. Das Tier sei extrem geschwächt und habe nur geringe Überlebenschancen.

Künstliche Walgeräusche als Hilfe? Ein Schiff würde den Wal zusätzlich stressen

Das Tier soll möglichst nicht zusätzlich gestresst werden. Weil das Tier bereits so schwach ist, entschieden sich die Behörden nach Beratungen mit Fachleuten für die außergewöhnliche Geräuschmethode. Ein Einsatz aus nächster Nähe mit einem Schiff werde so vermieden.

Die Walgeräusche werden bei dem Einsatz mit einem Lautsprecher unter Wasser abgespielt. Die Forschungsteams wollen dann von Booten in einiger Entfernung schauen, wie der Orca auf die Klänge reagiert - ob er sich von ihnen angezogen fühlt oder zögerlich ist. So wollen sie versuchen, ihn entweder zum Meer zu locken oder quasi zu treiben. Eine Drohne versorgt die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zusätzlich mit Fotos und Videos des Orcas.

Es ist unklar, warum das Tier in der Seine auftauchte. Spekuliert wird, dass der Wal sich zunächst in den Ärmelkanal verirrt hat, weil er erkrankt ist und sich in den ruhigeren Gewässern dort leichter ernähren kann. Eine Möglichkeit sei, dass es ein Jungtier sei, das seine Gruppe verlassen habe. (cg mit dpa)

A propos Tiere: Ein DHL-Bote zeigte sich besonders tierlieb und hinterließ einen wertvollen Hinweis - der Besitzer der Katze zeigt sich ergriffen.

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