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(Symbolbild)

Kampfjets über Bengasi: Militäraktion beginnt

Paris - Die Umsetzung des vom UN-Sicherheitsrat beschlossenen Flugverbots über Libyen hat begonnen. Die ersten Kampfflugzeuge der Verbündeten befänden sich bereits über der umkämpften Aufständischen-Hochburg Bengasi.

Das sagte Frankreichs Präsident Nicholas Sarkozy am Samstag nach einem Sondergipfel in Paris mit zwei Dutzend Spitzenpolitikern aus aller Welt. Sie würden jegliche Angriffe gegen die Bevölkerung unterbinden.

"Weitere französische Flugzeuge stehen bereit, um gegen Panzer zu intervenieren, die Zivilisten bedrohen", sagte Sarkozy in seiner Rede. Es gehe nicht darum, für die Libyer ihre Geschicke zu entscheiden, sondern sie zu verteidigen, damit sie selbst ihr Geschick in die Hand nehmen könnten. Es sei für Machthaber Muammar al-Gaddafi noch nicht zu spät. Ein sofortiger Waffenstillstand könne für ihn das Schlimmste noch verhindern.

Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte nach dem Gipfeltreffen, Deutschland beteilige sich nicht an dem Militäreinsatz. Die US-Stützpunkte in Deutschland könnten aber dafür genutzt werden.

"Zeit des Handelns ist gekommen"

Großbritanniens Premierminister David Cameron hat nach dem Libyen-Gipfel unmissverständlich Militärschläge der internationalen Gemeinschaft gegen das Regime von Muammar al-Gaddafi angekündigt. "Die Zeit des Handelns ist gekommen", sagte Cameron. "Und es ist dringend", sagte er in einem Interview der BBC nach dem Treffen in Paris. Gaddafi sei dafür verantwortlich. "Er hat die internationale Gemeinschaft angelogen", sagte Cameron. Gaddafi habe sowohl sein Wort als auch den Waffenstillstand gebrochen. Laut BBC hat der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte angekündigt, dass Militärschläge vermutlich noch am Samstag erfolgten.

Cameron wies darauf hin, dass alle militärischen Aktionen unter dem UN-Mandat stattfänden und es Rückendeckung von arabischen Partnern gebe. Er räumte ein, dass es "unvorhersehbare Risiken" gebe. Diese einzugehen, sei aber besser, als nicht einzugreifen.

dpa

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