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Dieser umgestürzte Baum tötete am 22.11.2012 eine Passantin.

Fahrlässige Tötung?

Frau von Baum erschlagen: Stadt-Mitarbeiter vor Gericht

Trier - Vor einem Jahr stürzte ein Baum in Trier um und tötete eine Frau. Nun arbeitet ein Gericht das Unglück auf. Ein Mitarbeiter der Stadt Trier ist wegen fahrlässiger Tötung angeklagt.

Vor einem Jahr stürzte in Trier ein maroder Kastanienbaum um und erschlug eine 70-jährige Frau. Seit Dienstag muss sich deshalb ein Mitarbeiter des städtischen Grünflächenamtes vor dem Amtsgericht Trier verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 53-Jährigen fahrlässige Tötung und fahrlässige Körperverletzung vor. Der Angeklagte hätte aus ihrer Sicht den Tod der Frau und die schwere Verletzung eines weiteren Fußgängers verhindern können: wenn er den rund 18 Meter hohen Baum zuvor eingehend untersucht und das Fällen angeordnet hätte, sagte Staatsanwalt Arnold Schomer.

Die etwa 90 Jahre alte Kastanie war im November 2012 am Rande eines kleinen Parks in der Innenstadt umgefallen. Ein heute 59-jähriger Fußgänger wurde schwer verletzt, eine Schülergruppe nur knapp verfehlt. Die Anklage wirft dem Gärtnermeister vor, dass er nach dem Hinweis seines Mitarbeiters vom Juli 2012 auf den schlechten Zustand der Kastanie keine zweite, eingehende Kontrolle gemacht hatte. "Ich habe die Priorität nicht gesehen, sonst hätte ich den Baum früher untersucht", sagte er. Er selbst habe sich die Kastanie etwa zwei Jahre vor dem Unfall zuletzt angeschaut.

Er habe zum Zeit des Unglücks etwa 100 Bäume auf der Liste gehabt, die er eingehender untersuchen sollte. Zudem habe er weitere Aufgaben der Baumpflege - mit rund 24 000 Bäumen auf öffentlichem Gelände in Trier. "Seit Jahren sagen wir, dass die Menge der Aufgaben mit dem Personal nicht zu leisten ist", sagte der 53-Jährige, der zeitweise mit den Tränen kämpfte. Inzwischen setze die Stadt mehr Personal bei der Baumpflege ein. Und es werde schneller als früher gefällt.

Die Staatsanwaltschaft hatte im Juli einen Strafbefehl über 90 Tagessätze in nicht genannter Höhe gegen den 53-Jährigen beantragt, den das Amtsgericht aber nicht erließ. Es habe noch Klärungsbedarf gegeben: Aus der Aktenlage sei keine Alleinschuld des Angeklagten verlässlich feststellbar, sagte Richter Wolf Strick.

Die später umgefallene Kastanie war von einem Pilz befallen und am Fuß des Stammes ausgehöhlt. Im Prozess treten der Ehemann der Getöteten und der damals schwer verletzte Fußgänger als Nebenkläger auf. Es sind noch zwei Prozesstage bis Ende November anberaumt.

dpa

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