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Ermittler am Tatort bei Montpellier.

Täter auf der Flucht

Frau in Altersheim für Mönche erstochen

Montpellier- Mysteriöser Mord: Ein Mann dringt nachts in ein Heim für pensionierte Mönche ein, überwältigt eine Frau, ersticht eine zweite - und flüchtet unerkannt. Jetzt wurde er identifiziert.

Ein bewaffneter Mann hat ein Seniorenheim für pensionierte katholische Missionare in Frankreich überfallen und dabei eine Angestellte getötet. Der vermummte Täter sei mit einer abgesägten Flinte und einem Messer in das Wohnheim im südfranzösischen Montferrier-sur-Lez eingedrungen, teilte die Präfektur mit. Er habe sein Opfer gefesselt, die Frau dann mit einer Stichwaffe umgebracht und schließlich die Flucht ergriffen.

Spezialeinheiten der Gendarmerie hätten das Areal auf der Suche nach dem Mann vergeblich durchkämmt und rund 60 Bewohner in Sicherheit gebracht. Der Täter entkam jedoch.

Verdächtiger identifiziert - Verschärfte Suche

Nun haben die Behörden einen Verdächtigen identifiziert. Er werde nun gesucht, sagte der Staatsanwalt von Montpellier, Christophe Barret, am Freitag. Das Motiv des Mannes sei noch unklar, nach derzeitigem Stand der Ermittlungen gebe es aber keine Hinweise auf islamistischen Terrorismus. Man verfolge vielmehr eine „lokale Spur“.

Dem Bericht zufolge befanden sich zwei Dutzend Polizei- und Feuerwehrfahrzeuge zu einem Großeinsatz vor Ort. Auch ein Hubschrauber wurde am Freitagmorgen bei der Suche nach dem Flüchtigen eingesetzt.

In dem Heim „Les Chênes verts“ leben Geistliche, die zuvor in Afrika tätig waren, wie ein Mitarbeiter der Diözese Montpellier der AFP sagte. Der Bürgermeister von Montferrier-sur-Lez, Michel Fraysse, sagte der Nachrichtenagentur, in der Einrichtung seien rund 60 frühere Missionare sowie rund ein Dutzend Laien und Gläubige untergebracht. Das Durchschnittsalter der Bewohner des Heims "Les Chênes Verts" bei etwa 75 Jahren; manche seien über 90 Jahre alt. Die meisten von ihnen hätten früher als Missionare in Afrika gedient.

Erinnerungen an Priester-Mord durch Dschihadisten

Die katholische Kirche in Frankreich zeigte sich erschüttert über die Tat. "Unsere Gebete heute Nacht gelten der Frau, die bei diesem Angriff ihr Leben verloren hat", erklärte der Generalsekretär der Bischofskonferenz, Olivier Ribadeau Dumas.

Der Vorfall weckt Erinnerungen an die Ermordung eines Priesters durch zwei Dschihadisten in der Kirche von Saint-Étienne-du-Rouvray in der Normandie. Dort hatten die Angreifer am 26. Juli während der Morgenmesse Geiseln genommen und anschließend den 85 Jahre alten Priester ermordet.

Frankreich war seit Anfang 2015 von einer Reihe islamistischer Anschläge getroffen worden, die Furcht vor neuen Attentaten ist groß. Bei der blutigsten Attacke töteten islamistische Selbstmordattentäter am 13. November 2015 in Paris 130 Menschen. Seitdem gilt in Frankreich der Ausnahmezustand.

dpa/afp

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